Die Sonderhaftanstalt Bautzen II, in der ab 1956 das MfS mutmaßliche Staatsfeinde, Spione und Republikflüchtlinge inhaftierte, ist ein Symbol für die staatliche Repression der DDR. Heute Gedenkstätte, prägt der Bau noch immer das Stadtbild und bietet als historischer Ort mehr als bloße Kulisse für die Theaterproduktion "Antigone in Bautzen": Ein ehemaliger Insasse führte durch die Inszenierung, erzählte von seiner Haftzeit in Bautzen II, vom Widerstand der Häftlinge, von den letzten Tagen der Anstalt. Als Ausgangsmaterial diente die Befragung von Jugendlichen aus Bautzen zu ihren Vorstellungen von Freiheit. Aus diesen Interviews entstanden Texte, die in der Produktion der Chor, dargestellt von Bautzener Jugendlichen, vortrug. Auf der Folie von Sophokles' Tragödie wurde in der Übertragung auf die Situation der DDR der Freiheitsbegriff neu diskutiert. Die Sonderhaftanstalt diente dabei als negatives Symbol für eine Auseinandersetzung mit der eigenen regionalen Geschichte und Identität, bei der sich das Theater als Mitspieler versteht.

Kon­takt

Lutz Hillmann
Intendant

Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen

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