In Nürnberg führten die Stilllegungen im Industriesektor der vergangenen Jahre zu extremer Arbeitslosigkeit. Betroffen waren unter anderem die Mitarbeiter des Stammwerkes AEG Hausgeräte AG. Im März 2008 endeten die Maßnahmen eines Sozialplans. Danach mußten sie sich auf dem Arbeitsmarkt selbst zurechtfinden. Ab diesem Zeitpunkt begleiteten Künstler sie in theaterpädagogischen Workshops und boten ihnen die Möglichkeit, ihre Gedanken und Erlebnisse erzählend, schreibend und spielerisch zu verarbeiten: Interviews mit ehemaligen Mitarbeitern wurden schriftlich und filmisch dokumentiert. Gleichzeitig veranstaltete das Theater über mehrere Monate eine Schreib- und Spielwerkstatt, in der Geschichten, Skizzen und Dialoge zum Thema Arbeit und Arbeitslosigkeit verfasst und spielerisch erprobt wurden. Diese Arbeit stellte die Grundlage für die Abschlusspräsentation der "Arbeitswoche" dar: Auf dem Triumph-Adler-Gelände in Muggendorf wurden die Texte des Workshops vorgestellt - das Staatstheater bat Betroffene auf die Bühne. In diesem Rahmen wurden Ideen für neue Arbeitsmöglichkeiten entwickelt und ganz praktisch durch temporäre 1-Euro-Arbeitsplätze geschaffen - Besucher des Workshops konnten sich als Akteure daran beteiligen und verschiedene Dienste anbieten. Eine Woche lang wurde Muggendorf so zum neuen Markt der Arbeitsmöglichkeiten. Im Verlauf der weiteren Spielzeit setzte der Jugendclub des Staatstheaters die Auseinandersetzung mit dem Thema Arbeit und die Zusammenarbeit mit dem Stadtteil Muggendorf fort.

Kon­takt

Klaus Kusenberg
Schauspieldirektor

Staatstheater Nürnberg

Richard-Wagner-Platz 2-10

90443 Nürnberg

Tel.: +49 (0)911 8106420

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