BAU [ SPIEL ] HAUS

Kreative Spielräume gestern und morgen – gefördert im Fonds Bauhaus heute

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In unserer Gesellschaft hat sich der Wunsch, kreativ zu sein zu einem regelrechten „Kreativitätsimperativ“ (Reckwitz 2012) entwickelt. Der Glaube an die menschliche Kreativität als ultimative kulturelle und ökonomische Ressource lässt allerorten Unternehmen wie auch öffentliche Einrichtungen nach Faktoren fragen, die Kreativität und Innovation ermöglichen oder gar steigern. Mit der Einrichtung flexibler und möglichst inspirierender Kreativräume, Innovationswerkstätten oder Zukunftslabore soll das spielerische Generieren von Ideen systematisch optimiert werden.

Die Ausstellung „BAU [ SPIEL ] HAUS“ entwickelte die These, dass ein maßgeblicher Impulsgeber für viele dieser weltweit implementierten Räume und Methoden die spielerische Kultur am Bauhaus war. Die Konzepte des Bauhaus für Bildung und Produktion, und damit letztendlich für die Gestaltung eines neuen Miteinanders, sind bis heute unübertroffen. Produktives und überaus innovatives Element war der spielerische Ansatz im bildnerischen Prozess der Bauhaus-Lehre und noch immer ist für das tief verankerte Bedürfnis nach kreativem Ausdruck das Spiel als künstlerische Strategie besonders wegweisend.

Die Bauhausschule nutzte die menschliche Motivation zum Spielen als Motor für Entwicklung und Gestaltung. Schon Bauhaus-Meister wie Walter Gropius und Johannes Itten erkannten das weitreichende soziale und gestalterische Potential des Spiels, das beispielsweise die Bauhausstudentin Alma Siedhoff-Buscher in ihrem polyfunktionalen Spielzimmer umsetzte. Diese Bauhaus-spezifische und bis heute bewährte Einbindung von Spielkonzepten und Spielräumen in die gestalterische Entwicklung verfolgte die umfangreiche Ausstellung "BAU [ SPIEL ] HAUS". Sie spürte deren Vorläufern nach und untersuchte beispielhaft deren Tradierung über die Gegenwart bis in die Zukunft hinein. So wurden reformpädagogische Theorien des 19. Jahrhunderts aktuellen Ansätzen gegenübergestellt und Friedrich Fröbels Spielgaben trafen auf LEGO Architecture und Kreativlabore des Silicon Valley. Gezeigt wurden über hundert Werke aus über hundert Jahren von historischen Positionen bis hin zu zeitgenössischen künstlerischen Arbeiten.

Künstlerische Leitung: Robert Eikmeyer, Thomas Hensel, Eva Kraus
Kurator/innen: Thomas Hensel und Robert Eikmeyer unter konzeptueller Mitwirkung von Olaf Nicolai und Liam Gillick
Mit Werken u.a. von Friedrich Fröbel, Maria Montessori, Gustav und Otto Lilienthal, Lyonel Feininger, Hermann Finsterlin, Johannes Itten, Oscar Schlemmer, Anni Albers, Ludwig Hirschfeld Mack, Alma Siedhoff-Buscher, Georg Weidenbacher, Max Bill, Hans Gugelot, Hans Brockhage, Renate Müller, Laurie Simmons, Liam Gillick, Olaf Nicolai, Yto Barrada, Goshka Macuga und Eva Grubinger.

Fonds Bauhaus heute - gefördert im Themenschwerpunkt Bauhaus 2019

Mit dem Fonds Bauhaus heute wollte die Kulturstiftung des Bundes ein Signal für die zeitgenössische Relevanz der Ideen und Methoden jener historischen Schule für Architektur, Design und Kunst geben und lud Institutionen aller Sparten zur Auseinandersetzung mit der Aktualität des Bauhaus ein.

Termine

  • 22. März, 2019 bis 16. Juni, 2019: Ausstellung

    Neues Museum - Staatliches Museum für Kunst und Design, Nürnberg

Kontakt

Neues Museum Nürnberg

Luitpoldstraße 5
90402 Nürnberg

www.nmn.de (externer Link, öffnet neues Fenster)