An dem Dortmunder Viertel Nordstadt scheiden sich die Geister: Kriminalität, Prostitution und Drogenhandel perforieren den sozialen Frieden; der Anteil an Migranten, Arbeitslosen und Jugendlichen liegt weit über dem städtischen Durchschnitt. Für die einen ist der Stadtteil gleichsam das Ende der zivilisierten Welt, wohingegen ihn andere bereits als kreativen Standort für sich entdecken. Für den überwiegenden Teil der hier ansässigen Einwohner aber ist Nordstadt alltägliches Umfeld, in dem zahlreiche eigenständige Lebens- und Arbeitsformen, Kulturen und Religionen zumeist friedlich nebeneinander bestehen.
Mit seinem Projekt "Crashtest Nordstadt" richtete das Theater Dortmund seinen Fokus auf Realität im Sinne einer von Narrativen und Diskursen bestimmten Wirklichkeit. Die öffentliche, häufig verzerrte Debatte prägt das Bild der Nordstadt weit über ihre Grenzen hinaus, das mitunter im krassen Widerspruch zur Wirklichkeit des Stadtteils steht. Dem wollte das Projekt entgegenwirken, indem es einen eigenen Diskurs im Kontrast zum herrschenden Image der Nordstadt anstieß und die Bewohner des Stadtteils zu eigenverantwortlichen Akteuren machte. Gemeinsam mit ihnen entwickelte Lukas Matthaei ein theatrales ‚Game‘, mit dem er die Wahrnehmung dieses Viertels nachhaltig verändern wollte. Ein ganzer Stadtteil, durch den ein inszenierter Parcours führte, wurde so zur Bühne.
 

Kon­takt

Kay Voges
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