Seine Abgeschiedenheit im Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Polen hatte Großhennersdorf im Landkreis Zittau zu DDR-Zeiten zu einem Anziehungspunkt für Aktivisten gemacht. Nach der Wende entstanden von dort aus einige soziokulturelle Initiativen, darunter der 1993 gegründete Verein "Kunstbauerkino". Erste Filme hatte man noch im Gemeindehaus des Dorfes gezeigt. Als dieses aus baupolizeilichen Gründen gesperrt wurde, richtete der Verein ein Kinozimmer mit 22 Plätzen als "kleinstes Kino Deutschlands" ein. Im Jahr 2004 begann der Verein damit, eine Scheune als Kino mit nunmehr 60 Sitzplätzen auszubauen. Der kontinuierliche Kinobetrieb an fünf Wochentagen wird ausschließlich ehrenamtlich durchgeführt; jährlich erreicht man damit etwa 5.000 Besucher. Mit dem regelmäßigen Spielbetrieb, einem Sommerkino und anderen Veranstaltungen - darunter Musikkonzerte, Künstlergespräche, Lesungen und Aufführungen regionaler Theatergruppen - bildet der Verein heute eine feste Größe im Kulturleben der Lausitz. 2007 organisierte er zum vierten Mal das Neisse-Filmfestival: An fünf Tagen waren an sieben Spielstätten Beiträge aus den drei Anrainerländern zu verschiedenen Themenreihen zu sehen, die Student/innen der Hochschule Zittau simultan übersetzten. Mit einem Projekt zur Öffentlichkeitsarbeit und einer genreübergreifenden Film- und Veranstaltungsreihe führte der Verein seine innovative Kulturarbeit in der ländlichen Region 2008 in sein 15. Jahr.

Kon­takt

Peter Matthes
Kunstbauerkino e.V.

Am Sportplatz 3

02747 Großhennersdorf

Tel.: +49 (0)35873 30888

info@kunstbauerkino.de

www.kunstbauerkino.de