Angesichts der seinerzeit gegenwärtigen arabischen Demokratie-Bewegung, angesichts des ungeheuren Flüchtlingsstromes, der damals auf Lampedusa anlandete, interessierte sich das Projekt "My heart will go on" für das Phänomen Migration im Spiegel menschlicher Kommunikation. Über Migration zu sprechen fällt oft schwer; Migranten und Einheimische begegnen einander zumeist buchstäblich mit gegenseitiger Sprachlosigkeit. Ziel des Projektes war es, Migranten zu Wort kommen zu lassen, sie dazu zu ermutigen, einem breiten Publikum von sich und ihren Schicksalen zu erzählen.
In enger Zusammenarbeit mit der Flüchtlingsorganisation 'The Voice' recherchierte die Berliner Nachwuchs-Autorin Claudia Grehn die Geschichten in Jena lebender Flüchtlinge. Neben sprachlich prekäre O-Töne der Flüchtlinge trat Grehns Dramolett "oh weh wandergesell", das nationalstaatliche Tendenzen in Europa thematisierte. Regisseur Moritz Schönecker überspitzte das Nebeneinander beider Text-Ebenen zusätzlich mit seiner Inszenierung, in der längst erfolgreich integrierte Migranten die Texte der Flüchtlinge sprachen, die Flüchtlinge wiederum die Texte der Integrierten.
 

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Moritz Schönecker
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