Das Projekt unterzieht die Bauhaus-Ideen einer kritischen Inventur und prüft deren utopisches Potenzial für die Gegenwart und Zukunft. In einem zweijährigen Programm werden anhand ausgewählter aktueller Fallbeispiele die zentralen Themenfelder des Bauhaus und der klassischen Avantgarden – Wissen, Technik und Fortschritt – theoretisch reflektiert und mit Gestaltungsexperimenten praktisch untersucht.

Die kritische Inventur der Bauhaus-Ideen erfolgt in vier Schritten, die sich an Formaten des historischen Bauhauses orientieren:

1. Vorkurs "Vom Bauhaus zum Silicon Valley": Wie Wissen gestalten? Welches Wissen braucht Gestaltung? Welche Arten von Wissen generiert Gestaltung? Was ist heute ein produktiver sozialer Ort des Lernens? Wie verändert sich Wissen durch die globale Digitalisierung und soziale Netzwerke? Wie sind Wissenssynthesen heute möglich

2. Werkstatt I: Wie Technik gestalten?

Während das Bauhaus nach gestalterischen Antworten auf die Industrialisierung und Technisierung suchte, schließt sich heute der Übergang vom Analogen zum Digitalen, von Konsum zu Koproduktion. Wie gestaltet Technik und wie kann Technik heute gestaltet werden?

Das Projekt schreibt einen Open Call aus, der sich an Design Studios von internationalen Universitäten wendet. Diese können sich mit einem Konzeptvorschlag für Fallstudien bewerben. Die von einer Jury ausgewählten Teilnehmer bilden eine Netzwerkakademie. Sie präsentieren und diskutieren ihre Gestaltungsexperimente im Rahmen eines Workcamps im Mai 2018. Ergänzend werden drei Stipendien für Artists in Residence ausgeschrieben.

3. Werkstatt II: Wie Fortschritt gestalten?

Ist die klassische Allianz zwischen technisch-wissenschaftlichem Fortschritt und gesellschaftlicher Emanzipation noch aktuell? Oder liegt das Utopische heute in der Entschleunigung und Bewahrung? Kann Fortschritt noch befreiend sein oder muss Gestaltung durch Kritik und Devianz nach Emanzipation streben?

Die Ergebnisse der Netzwerkakademie bilden den Ausgangspunkt für eine ca. einwöchige Herbstakademie zum Thema „Fortschritt“. Vier Teams erarbeiten Positionen zur Frage des Fortschritts heute. Sie realisieren kommunikative Interventionen und Gestaltungen in der Tradition der Reklame-Werkstatt des historischen Bauhauses.

4. Fest: Die Beerdigung

Im letzten Schritt wird kritisch Bilanz gezogen und das Bauhaus im Rahmen einer Geburtstagsfeier, die es würdigt und sich zugleich von seinem Erbe befreit, „beerdigt“.

Künstlerische Leitung: Jesko Fezer, Christian Hiller, Anh-Linh Ngo, Philipp Oswalt, Joanne Pouzenc und Jan Wenzel
Künstler: Brave New Alps, Morehshin Allahyari mit Shirin Fahimi und Olaf Nicolai
Ko-Kuratoren des projekt bauhaus Werkstatt: Armen Avanessian und Victoria Ivanova

Fonds Bau­haus heu­te - ge­för­dert im The­men­schwer­punkt Bau­haus 2019

Mit dem Fonds Bauhaus heute möchte die Kulturstiftung des Bundes ein Signal für die zeitgenössische Relevanz der Ideen und Methoden jener historischen Schule für Architektur, Design und Kunst geben und lädt Institutionen aller Sparten zur Auseinandersetzung mit der Aktualität des Bauhaus ein.

  • Termine

    01.07.2017 –
    30.11.2019

    Verschiedene Formate

    Volksbühne | Akademie der Künste und weitere Orte | Berlin

Kon­takt

ARCH+ Verein zur Förderung des
Architektur- und Stadtdiskurses

Auguststraße 69
10117 Berlin

www.archplusverein.de

www.projekt-bauhaus.de