In Kassel, das international als "documenta-Stadt" bekannt ist, bestimmen eine hohe Arbeitslosigkeit und die damit verbundenen sozialen Probleme den Alltag der Bürger. Mit einer "Raumbefragung" fokussierte das Staatstheater Kassel die konträren Lebensverhältnisse, indem es Menschen unterschiedlichen Alters und sozialer Herkunft gemeinsam auf einer Bühne versammelte: erwachsene Migranten ebenso wie Studenten der Kunsthochschule Kassel, Kinder, die an sozialen Brennpunkten aufwachsen, oder Künstler der Kasseler Freien Szene.
Während der Probenphase sollten die Teilnehmer beobachten, wie sich der Einzelne im Raum zu fremden Personen in Beziehung setzt. Welche Ziele verfolgt und welche Spuren hinterlässt er dabei? Aus der Analyse dieser Posen und der Reflexion des eigenen Verhaltens wurden tänzerische Bewegungen und andere künstlerische Ausdrucksformen entwickelt. Fotografien und Videoaufnahmen der Probenarbeiten fanden dann Eingang in eine Ausstellung und in die Inszenierung, bei der sich die Teilnehmer zu einer gelenkten Improvisation auf der Bühne neu zusammenfanden.

Kon­takt

Staatstheater Kassel

Friedrichsplatz 15
34117 Kassel