Im Zuge der Protestbewegung gegen den Bau eines Atommüllendlagers riefen 1980 Atomkraftgegner nahe Gorleben die Freie Republik Wendland aus – ein provisorisches, selbstgezimmertes Dorf, in dem über viele Wochen einige hundert Menschen zusammenlebten, bis es Polizei und Bundesgrenzschutz gewaltsam räumten.
Anlässlich des 30. Jahrestages jener Ereignisse untersuchte das Schauspiel Hannover unter der Leitung von Judith Gerstenberg, Aljoscha Begrichs und Florian Fiedlers, welche Aktualität die Visionen der 80er besitzen: Ist die damalige Forderung nach einem Leben ohne Atomkraft und -müll heute, da mittlerweile radioaktiv kontaminierte Lauge aus der niedersächsischen Schachtanlage Asse sickert, brisanter denn je?
Für zehn Tage entstand erneut eine freie und unabhängige Republik. Auf dem Hannoverschen Ballhof wurden in einem Reenactment etwa hundert Teilnehmer unter künstlerischer Anleitung ein Camp errichten, das Ort der Begegnung und des Diskurses sein sollte. Mit einem breiten Veranstaltungsprogramm unter anderem aus Konzerten, Vorträgen, Film- und Theateraufführungen stellte das Projekt ein soziales Experiment dar, das als lebendiger Geschichtsunterricht Jugend politisieren und Generationen verbindende Fragen aufwerfen wollte.

Kon­takt

Judith Gerstenberg
Leitende Dramaturgin

Schauspiel Hannover

Prinzenstraße 9

30159 Hannover

Tel.: +49 (0)511 – 99 99 – 22 98

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