2005 kam in Dessau Oury Jalloh bei einem Zellenbrand im Polizeigewahrsam ums Leben. Die Schuldfrage der zuständigen Beamten, die sich wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten mussten, sowie die mysteriösen Umstände, die zum Tod des in Deutschland lebenden Sierra Leoners geführt hatten, konnten die Gerichte bis heute nicht abschließend klären. Der Fall Oury Jallohs und die heftigen Reaktionen, die er in der Bevölkerung hervorrief, wurden zum Symbol für die Ängste vieler in Deutschland lebender Afrikaner.
Mit seinem Projekt Schwarzweiß unternahm das Anhaltische Theater Dessau unter der Regie von Nina Gühlstorff und Dorothea Schroeder zunächst eine theatrale Stadtbegehung, die die Zuschauer an verschiedene öffentliche Orte führte, an denen sie die Lebenswirklichkeit von Farbigen kennenlernten, die in Dessau leben. Zurück im Theater wurden diese Eindrücke dann konfrontiert mit ursprünglichen Vorurteilen und Erwartungen afrikanischer Asylbewerber gegenüber Deutschland. In Zusammenarbeit mit neuen Kooperationspartnern und lokalen Akteuren wollte das Projekt theaterfernes Publikum in den Entstehungsprozess des Stücks integrieren und zum Dialog anregen.

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