Die Tanzausbildung in Deutschland ist durch Hochschulen und Fachhochschulen in der Grundausbildung des klassischen und zeitgenössischen Tanzes weitgehend gesichert. Woran es jedoch mangelt, sind Verbindungen zur Tanzwissenschaft und zur choreografischen Praxis. In diesem Kontext hat „Tanzplan Ausbildungsprojekte“ unter der Leitung von Ingo Diehl gemeinsam mit den Akteuren innovative Maßnahmen im Ausbildungsbereich initiiert und koordiniert, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten gezielt in die Ausbildung von Tänzer/innen, Pädagog/innen und Choreograf/innen hineinwirken.

Dabei standen folgende Themen im Zentrum: Wie können im Rahmen der Ausbildung neue Arbeitsformen gefunden werden, um Student/innen besser auf die künstlerische Praxis vorzubereiten? Wie kann ein interdisziplinärer Austausch zwischen Lehrern und Hochschulen aussehen? Wie stellt sich die Tanzpädagog/innenausbildung dem europäischen Vergleich und den sich international verändernden Anforderungen?

Erste Maßnahmen waren die Bildung einer Arbeitsgruppe mit Vertreter/innen der deutschen Tanzhochschulen sowie das Engagement für die Ausbildung von Tanzpädagog/innen im Bereich „Tanz und Schule“. Hinzu kamen ein Qualifizierungsprogramm im Bereich Tanz in Schulen, Weiterbildungen für Dozenten und Professoren der staatlichen Ausbildungsinstitutionen, die Biennale Tanzausbildung oder auch das Forschungsprojekt über verschiedene zeitgenössische Tanztechniken, das zum Abschluss von Tanzplan Deutschland seit Dezember 2010 als Publikation vorliegt.



Publikation "Tanztechniken 2010 – Tanzplan Deutschland”

Erstmals liegt mit „Tanztechniken 2010 – Tanzplan Deutschland“ ein Buch über zeitgenössisches Tanztraining vor. Es dokumentiert die Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojekts, das im Rahmen von „Tanzplan Deutschland“ durchgeführt wurde.

Sieben Forschungsteams an renommierten europäischen Tanzhochschulen haben sich mit der Frage, wie zeitgenössisches Tanztraining aussieht, befasst und einige der wichtigsten internationalen Pädagogen um Antwort zu ihrem jeweiligen Spezialgebiet gebeten: Alan Danielson zur Humphrey/Limón Tradition; Anouk van Dijk über Countertechnik; Barbara Passow zur Jooss-Leeder Technik; Daniel Roberts zur Cunningham Technik; Gill Clarke über Minding Motion; Jennifer Muller über Muller Technik und Lance Gries über Release- und Alignmentorientierte Techniken.

Die umfangreiche Materialsammlung aus Interviews, wissenschaftlichen Beiträgen und begleitenden Essays ermöglicht einen vergleichenden Blick auf den historischen Kontext, die Konzepte, Bewegungsmerkmale und Unterrichtsmethoden von zeitgenössischem Tanztraining. Das Arbeitsbuch wird durch zwei Trainings-DVDs ergänzt.
 



Biennale der Tanzausbildung

Bei ihrem dritten, von Tanzplan Deutschland initiierten Arbeitstreffen gründeten die Vertreter der staatlichen Ausbildungsinstitutionen am 6. Februar 2007 die nationale Interessensvertretung "Ausbildungskonferenz Tanz", die die 1. Biennale der Tanzausbildung in Berlin organisierte. Sie ist - vergleichbar dem Theatertreffen der Schauspielschulen - eine Plattform, um Projekte und Arbeiten von Studenten einem breiten Publikum bekannt zu machen und den Austausch der Institutionen zu fördern. Die 1. Biennale der Tanzausbildung fand im Frühjahr 2008 in Berlin statt, die zweite wurde im Februar 2010 von der Kulturhauptstadt Essen im Rahmen von RUHR.2010 ausgerichtet.

Stand: Mai 2011

Tanz­tech­ni­ken 2010 - Tanz­plan Deutsch­land

Tanz­plan Deutsch­land

Tanzplan Ausbildungsprojekte war ein Teilprojekt des Tanzplan Deutschland. Dieser entwickelte und koordinierte im Rahmen der Spitzenförderung von Kunst und Kultur nachhaltige Maßnahmen für den Tanz bis zum Jahr 2010.

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