Kennen Sie die Cowboys aus Thüringen? Oder die Indianer aus dem Spreewald? Was nur wenige wissen: bereits zu Zeiten der DDR war der Osten ein heimlicher Wilder Westen.

Die Ausstellungsreihe "Wild Wild EAST" zeigte einen kaum beachteten Aspekt der jüngeren deutsch-deutschen Alltagskultur: die Welt derer, die sich in der DDR und in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung dem Traum vom Wilden Westen verschrieben haben.

Weltweit sind Cowboys und der Wilde Westen Symbole für Freiheit, Weite und Abenteuer, sind Traumbild einer anderen Lebenskultur: unabhängig, naturnah, männlich. Weniger bekannt ist, dass es auch in der DDR Cowboys und Cowgirls gab. Im real existierenden Sozialismus war offiziell kein Raum dafür. Der Wilde Westen war ein heimliches Hobby, getarnt und versteckt, eine subversive, widerständige Subkultur. Das ändert sich mit der Wende. Im Goldrausch der Wiedervereinigung erfährt Ostdeutschland einen wahren Countryboom - der ganze Osten wird zum Wilden Westen.

Die Ausstellung erzählt Geschichten von den Lone-Some-Cowboys der DDR genauso wie von denen, die im Wilden Westen eine Gegenwelt zur heutigen Marktwirtschaft gefunden haben. Auf 500qm Ausstellungsfläche zeigen die Kuratoren Friedrich von Borries und Torsten Fremer Originale aus der Countryszene und dokumentarische Arbeiten von 10 jungen Künstler/innen aus Deutschland und Amerika.

Künstlerische Leitung: Friedrich von Borries, Torsten Fremer

Mitwirkende: Peter Buecheler, Sylvia Chybiak, Wiebke Loeper, Lars Nickel, Eric O'Connell, Philipp von Recklinghausen und Andreas Tauber

22.4. - 5.6.05, Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig

Weitere Ausstellungen:
Sommer 2006: Indianer im Deutschen Hygiene Museum, Dresden
2007: Cowboys und Indianer im Deutschen Historischen Museum, Berlin

Kon­takt

Blindstadt – Labor für Reflexionen

Anklamer Straße 4

10115 Berlin