Mit dem Oral-History-Projekt „Archiv der Flucht“ soll ein digitaler Gedächtnisort entstehen, der an Flucht und Migration nach Deutschland im 20. und 21. Jahrhundert erinnert. Auf Initiative der Publizistin Carolin Emcke, die das Projekt gemeinsam mit der Migrationswissenschaftlerin Manuela Bojadžijev realisiert, werden in mehrstündigen Gesprächen die Erfahrungen betroffener Menschen mit Flucht und Vertreibung, Heimat und Exil, Zugehörigkeit und Neuanfang reflektiert und auf Video dokumentiert. Bei Aufzeichnungen in der Originalsprache werden die Interviews ins Deutsche übersetzt und indexiert, um dann in beiden Sprachen online verfügbar zu sein. Die Plattform wird als systematisiertes Archiv angelegt, in dem Nutzer/innen gezielt nach Regionen, Themen, Orten oder Fragen suchen können. Sie steht damit nicht nur einer allgemeinen Öffentlichkeit zur Verfügung, sondern auch als Quelle und Rechercheinstrument für wissenschaftliche oder journalistische Forschungen. Das „Archiv der Flucht“ erlaubt eine unkomplizierte Nutzung. Es soll die Erinnerungen der Vergangenheit vor dem Vergessen oder Verdrängen bewahren, zugleich aber auch aus diesen Erinnerungen heraus die Gegenwart moderner Migrationsgesellschaften besser zu verstehen helfen. Zugleich sucht das Projekt nach angemessenen Formen von Erinnern und Bezeugen.

Kurator/innen: Carolin Emcke, Manuela Bojadžijev
Beteiligte: Malek Bajbouj, Lilian-Astrid Geese, Eva Gilmer, Charlene Lynch, Ethel Matala de Mazza, Mohammed Sarhangi, Heidi Specogna, Inken Stern, Stefanie Schüler-Springroum, Amir Theilhaber, Prof. Joseph Vogl, Gabriele von Arnim

Haus der Kulturen der Welt, Berlin: 15.11.–31.12.2019

Kon­takt

Haus der Kulturen der Welt

John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin

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