Heinz Emigholz ist Filmemacher, bildender Künstler und Publizist, seine künstlerische Arbeit erkundet den Grenzbereich zwischen Film und bildender Kunst. Sein frühes Filmwerk lieferte wichtige Impulse für die internationale Experimentalfilmbewegung der 1970er und 80er Jahre und gehört zu den wenigen experimentellen Arbeiten aus Deutschland, die international nachhaltig Beachtung fanden. In seinen frühen Filmen analysiert Emigholz Wahrnehmungsprozesse, indem er das Einzelbild ins Verhältnis zum bewegten Bild setzt. Sieben seiner Filme aus den Jahren 1972 bis 77, deren 16mm-Kopien in mangelhaftem Zustand waren, wurden digital abgetastet und dann für eine Installation aufbereitet. Dafür wurden sie an die Seitenwände eines Saales projiziert, so dass aufgrund ihrer unterschiedlichen Laufzeit immer wieder neue Bildkombinationen zustande kommen. Parallel zur Präsentation im Hamburger Bahnhof in Berlin erschienen die Filme als DVD mit begleitendem Material. Eine international besetzte Podiumsdiskussion widmete sich der Frage, wie Experimentalfilmgeschichte zugänglich gemacht werden kann und welche Übersetzungsleistungen nötig sind, um historische Experimental- und Undergroundfilme in den Ausstellungsraum zu bringen. Mit dem Projekt The Formative Years wird ein Bereich der Filmgeschichte sichtbar und zugänglich gemacht, an dem sich angesichts der Umbrüche von einer analogen in eine digitale Welt höchst aktuelle Entwicklungen diskutieren lassen.

Künstlerische Leitung: Stefanie Schulte-Strathaus, Regie: Heinz Emigholz,

Veranstaltungsorte und -zeitraum:
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin, 11. – 21.2.2010
Kino Arsenal (Panel Diskussion), Berlin, 14.2.2010
Kanada, Toronto Image Festival (Ausstellung), 1. – 10.4.2010
Belgien, Extra City, Antwerpen (Ausstellung), September/ Oktober 2010

Kon­takt

Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V. 

Potsdamer Straße 2

10785 Berlin

www.arsenal-berlin.de