The Great Repair / Die Große Reparatur

Lebenskunst auf einem beschädigten Planeten

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Projektbeschreibung

Die ökologische Krise ist heute, 50 Jahre nach Erscheinen der Studie „Die Grenzen des Wachstums“, nicht mehr nur Thema für Umweltaktivistinnen. Sie betrifft in ihren unmittelbaren Auswirkungen uns alle. Dennoch hören Ressourcenverschwendung und Umweltzerstörung nicht auf. Einer der Gründe dafür sind wachstumsorientierte Fortschrittserzählungen, die den nahezu unauflösbaren Konflikt zwischen Wachstum und Klimaschutz zugunsten einer marktwirtschaftlich orientierten Politik beeinflussen. Ein Beispiel dafür sind die derzeit allein in Deutschland geplanten 400.000 neuen Wohnungen – obwohl der Bausektor rund 40% der weltweiten CO2-Emmissionen und Beton etwa die Hälfte der menschengemachten Materialien ausmacht. Ein massiver Verlust von Naturraum und Biodiversität sind die Folge solch groß angelegter, nicht nachhaltig gedachter Bauvorhaben.

Das Projekt „The Great Repair“ von ARCH+ in der Akademie der Künste diskutiert die Widersprüche zwischen Wachstum und Ökologie anhand der materiellen Kultur der Architektur und präsentiert ca. 25 Positionen aus Kunst, Architektur und anderen Raumpraktiken, in denen Reparatur als neues Gestaltungsparadigma greifbar wird. Denn sowohl in den Künsten als auch in den Kultur- und Sozialwissenschaften werden zunehmend neue Strategien gefordert, mit denen der Ressourcenverbrauch reduziert und das Bestehende erhalten oder repariert wird. Die Ausstellung untersucht, inwieweit eine Politik und Ästhetik der Reparatur aus postkolonialer, feministischer und posthumaner Perspektive eine sinnvolle Alternative sein kann. Suffizienz, Langlebigkeit, Solidarität, Wiederaneignung und Sorgearbeit werden dabei als Schlüsselelemente für einen neuen Wertekanon in Architektur, Politik und Städtebau erkundet.

Ergänzend zur Ausstellung findet ein Diskursprogramm statt, das politischen Akteuren und Expertinnen aus Architektur und Kultur zum Austausch über Zielkonflikte und Lösungswege dient.
 


Künstlerische Leitung: Florian Hertweck, Christian Hiller, Markus Krieger, Alexandra Nehmer, Anh-Linh Ngo, Milica Topalović
Projektträger: ARCH+ gGmbH
Kooperationspartner: Akademie der Künste, Berlin; Departement Architektur der ETH Zürich;  Faculté des Sciences Humaines der Universität Luxemburg
Beteiligte: Assemble Studio, Atelier Bow-Wow, Kader Attia, cave_bureau, Simryn Gill, Lacaton & Vassal, Sarah Nichols, Bas Princen, Paulo Tavares, ZAS* (Züricher Arbeitsgruppe für Städtebau) u. a.

Kontakt

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