Die Musik Georg Friedrich Händels steht im Mittelpunkt des Musiktheaters Anaesthesia, welches das Berliner Theaterensemble Nico and the Navigators zusammen mit dem Musikensemble Franui aufführte. Anlass war der 250. Todestag des Komponisten, der in Deutschland, Italien und England lebte und als einer der ersten "Europäer" gilt.
Sein Gesamtwerk diente als Grundlage für ein Pasticcio, eine zu Händels Zeit beliebte musikalische Form, bei der Erfolgsnummern aneinandergereiht werden. Vor allem Teile der Opern Händels, aber auch seiner Oratorien und Instrumentalwerke werden in einen neuen musikalischen Ablauf gestellt, die Originallibretti adaptiert oder eine neue Handlung erfunden. Die Kunst des Barock ist gleichermaßen affektgeladen und reich verziert wie schlicht und puristisch. In Anaesthesia wurden diese beiden Pole - die Formfreude und die Formstrenge - musikalisch, darstellerisch und bildnerisch sichtbar.

Die Schauspieler/innen von Nico and the Navigators arbeiteten dabei erstmals mit Sängerinnen und Sängern zusammen. Ziel war es, die häufig anzutreffende Vernachlässigung schauspielerischen Könnens im Musiktheater aufzuheben, wobei Improvisation entscheidend für die Entwicklung des Stückes war. Die "Musicbanda" Franui aus dem kleinen osttiroler Ort Franui interpretierte die Kompositionen Händels mit einem eigenen, sofort wiedererkennbaren Klang, der an die Volksmusik ihrer österreichischen Heimat erinnert.

Künstler/innen: Nicola Hümpel, Oliver Proske, Andreas Schett (AT), Markus Kraler (AT)

Kon­takt

Nico and the Navigators

Husemannstraße 29
10435 Berlin
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