Das Musikleben ändert sich derzeit von Grund auf: Das Internet hat der Verbreitung und dem Kopieren von Musik ungeahnte Möglichkeiten eröffnet und damit auch neue Formen des Marketing und der Musikkritik herausgefordert. Die grundlegenden Veränderungen betreffen den Stellenwert der Musik in der Öffentlichkeit in allen Bereichen von den Produktionsbedingungen über die Wertschöpfung bis zum Hörer- und Konsumentenverhalten. Obwohl Musik noch nie so allgegenwärtig war und so viel gehört wurde, steckt diese Sparte in einer eklatanten Krise, die sich nicht nur in sinkenden Verkaufszahlen von Tonträgern und entsprechenden ökonomischen Einbußen manifestiert. Kritische Beobachter der Szene konstatieren auch den Niedergang einer stilistisch vielfältigen Musikkultur und einen Qualitätsverlust im Musikjournalismus. Die Konferenz Audio Poverty beschäftigte sich an drei Tagen mit aktuellen Fragen zur Musikökonomie, zur Rezeption und Produktion: Wie verändern die neuen Produktionszusammenhänge die Musik? Welche neuen Vertriebswege können genutzt werden? Wie lässt sich das Verhältnis des Künstlers zu seinem Publikum verbessern? Wie erhält Musik unter den veränderten Bedingungen ihre gesellschaftliche Relevanz? Vorträge, Podiumsdiskussionen und Künstlergespräche widmeten sich den aktuellen Problemen von Popkultur und Kunstmusik; Konzerte und DJ-Sets stellten ein breites musikalisches Spektrum vor, das von Bricolage Hip-Hop über Fernsehoper und Musica povera bis hin zur freien Improvisation reichte.

Beteiligte: Achim Bergmann, Ekkehard Ehlers, Manon-Liu Winter (AUS), Diedrich Diederichsen, Alan Hilario (RP), Thomas Meadowcroft (AUS), Helga de la Motte-Haber, Marc Chung, Dieter Gorny, Chris Bohn (UK), Max Dax, Awesometapesfromafrica (US), Josephine Foster (US), Jonathan Fischer, Goodiepal (DK), Hair Police (USA), Quarta 330 (JAP), David Keenan (SCO), Björn Gottstein, Alvin Curran (USA), Enno Poppe, Ensemble Mosaik, Ensemble Zwischentöne, Ensemble Asamisimasa (NO), Eva Reiter (AUS), Barbara Romen (AUS) u.a.

Kon­takt

Wandering Star e.V.

Strausberger Straße 46

10243 Berlin

audiopoverty.de