Aura war die erste gemeinsame Musiktheaterproduktion von Musik der Jahrhunderte Stuttgart, musicadhoy Madrid und Biennale di Venezia Musica. Alle drei Institutionen hatten sich bereits in der Vergangenheit verstärkt mit zeitgenössischer Musik beschäftigt und es sich nun zur Aufgabe gemacht, das Repertoire des experimentellen Musiktheaters zu erweitern.
Grundlage des Stückes ist die Novelle Aura von Carlos Fuentes (*1928), einem der wichtigsten mexikanischen Schriftsteller der Gegenwart. In dieser erotisch aufgeladenen Dreiecksgeschichte trifft der Historiker Felipe, der den Nachlass eines verstorbenen Generals aufarbeiten soll, auf dessen Witwe und ihre junge Nichte Aura. Im Verlauf der Handlung sind die Figuren immer weniger voneinander unterscheidbar und ihre Identitäten verschmelzen. Die Grenzen zwischen Imagination und Realität werden unscharf.
Die musikalische Umsetzung der beklemmenden und psychologisch komplexen Handlung übernahm der spanische Komponist José-María Sánchez-Verdú mit experimentierfreudigem Elan: Er entwickelte eigens für das Stück ein neues Musikinstrument, das sogenannte Auraphon, eine Art elektronisch-instrumentale Installation, die auf die Aktionen der Personen auf der Bühne reagierte und so selbst Protagonist der Handlung wurde. Regie führte die norwegische Regisseurin Susanne Øglænd.

Künstlerische Leitung: Christine Fischer
Komponist und Dirigent: José-Maria Sánchez-Verdú (E)
Regie: Susanne Øglænd (NO)
Ausstattung: Mascha Mazur
Künstler/innen: Neue Vocalsolisten, Sarah Maria Sun, Truike van de Poel (NL), Andreas Fischer, Kammerensemble Neue Musik Berlin

Kon­takt

Musik der Jahrhunderte Stuttgart e.V.

Siemensstraße 13

70469 Stuttgart

www.mdjstuttgart.de