Das Projekt untersuchte die Rezeption von Musik in der Dunkelheit und platzierte dazu die Zuhörer in einen dunklen Raum. Auf Resonanzkörpern liegend hörten sie Musiker, die im Raum verteilt spielten und sich dabei horizontal oder vertikal bewegten. Die Zuhörer konnten weder die Position der Klangquellen sehend verorten, noch mit den Augen erkennen, welches Instrument erklingen sollte. Der optisch erzeugten Erwartungshaltung beraubt, mussten sie sich ganz auf das unmittelbare Hören und die körperliche Klangerfahrung verlassen. Da im „blinden“ Zustand nur fest positionierte Klangquellen als Raum konstituierend erfahren werden können, wurde durch die Bewegung spielender Ensembles der materielle Raum aufgelöst und durch den akustischen Raum überschrieben. Das Geleit der Besucher übernahmen blinde Guides – dieser Rollentausch sollte die Dominanz des Visuellen zusätzlich hinterfragen. Die Regisseurin Sabrina Hölzer arbeitete für das Projekt mit zwölf Streichern des Instrumentalensembles Kaleidoskop zusammen. Zur Aufführung gebracht wurden sowohl Werke internationaler zeitgenössischer Komponisten – wie Sánchez-Verdú, Sciarrino, Hosokawa oder Xenakis – als auch Kompositionen vergangener Epochen. Eigens für das Projekt beauftragt wurden zusätzlich Neukompositionen, die mit Bewegung, Bewegungswechsel, Stimm- und Klangsprüngen oder der Übergabe von Motiven und Klängen arbeiteten. Neben Aufführungen in Berlin und Salzburg sind weitere Konzerte weltweit geplant, für die eine mobile Rauminstallation geschaffen werden soll.

Künstlerische Leitung: Sabrina Hölzer
Künstler/innen: Ladislav Zajac (SK), Solistenensemble Kaleidoskop. Mit Werken von Sánchez-Verdú (ES), Salvatore Sciarrino (IT), Peteris Vasks (LV), Lachenmann, Xenakis (GR), Hosokawa (J), Blind Willie Johnson (USA), Qu Xiao-song (CH), Marcelo Toledo (RA)

Kon­takt

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