Donaueschinger Musiktage 2021

Festival für Neue Musik – gefördert als kulturelle Spitzeneinrichtung

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Live-Programm in SWR2 und SWR Classic

Zum 100jährigen Bestehen der Donaueschinger Musiktage stellt das Kulturradio SWR2 (externer Link, öffnet neues Fenster) sein Programm in den Dienst der Neuen Musik. In einem siebenstündigen Live-Programm sendet SWR2 den Festakt „100 Jahre Donaueschinger Musiktage“ sowie alle Konzerte des ersten Festivaltages (14.10.) an einem Stück. Dabei kommen ab 16.05 Uhr neue Werke von Annesley Black, Chaya Czernowin, Beat Furrer, Mikolaj Laskowski und Maja S. K. Ratkje zur Uraufführung. Interpreten sind das Quatuor Diotima, das SWR Vokalensemble und das SWR Symphonieorchester. Insgesamt 17 Uraufführungen und Deutsche Erstaufführungen der Donaueschinger Musiktage 2021 werden bis zum 17. Oktober live im Radio und in der SWR2 App zu hören sein.

 

Auf der Website des Klassikradios SWR Classic (externer Link, öffnet neues Fenster) können die Livestreams und Videos on demand der Donaueschinger Musiktage 2021 abgerufen werden.

Projektbeschreibung

Die Donaueschinger Musiktage werden 100 Jahre alt. Im Jahr 1921 gegründet, sind sie das älteste Festival für Neue Musik der Welt und das renommierteste dieser Art in Deutschland. Viele bedeutende Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts haben hier ihre Werke uraufgeführt. Das jährlich im Oktober stattfindende Festival gibt einen Überblick über die Musikavantgarde der Gegenwart.

Im Jubiläumsjahrgang gilt es zurückzuschauen auf ein ganzes Jahrhundert, in dem die Donaueschinger Musiktage das Musikleben mitgeprägt haben. Die Rückschau auf die bewegte Geschichte des Festivals vollzieht sich vor allem in Form von Installationen, Publikationen und einer Ausstellung, aber auch durch die Aufführung von Werken, die für die Historie der Musiktage von besonderer Bedeutung waren. Für den Künstlerischen Leiter der Musiktage, Björn Gottstein, „soll dieses Jahr nicht nur das Ende der ersten, sondern auch der Startschuss für die nächsten 100 Jahre sein.“ Für diesen Blick nach vorne stehen 27 Uraufführungen, die die Bedeutung der Musiktage als Uraufführungsfestival unterstreichen. Für Björn Gottstein steht fest: „Man kann 100 Jahre Donaueschingen nur feiern, indem man Experimente, Unvollendetes und Unabgeschlossenes auf die Bühne bringt.“

Festakt, Chor und Orchester

Die Donaueschinger Musiktage dauern in diesem Jahr erstmals volle vier Tage und beginnen am Donnerstag, den 14. Oktober mit einem Festakt, der musikalisch vom Quatuor Diotima gestaltet wird. Zur Aufführung gelangen mit dem Kopfsatz des dritten Streichquartetts von Paul Hindemith und einem neuen Werk von Mikołaj Laskowski zwei Kompositionen, die einen Bogen von 1921 bis 2021 spannen. Im nachfolgenden Eröffnungskonzert stellt das SWR Vokalensemble unter der Leitung seines Chefdirigenten Yuval Weinberg gemeinsam mit dem JACK Quartet ein abendfüllendes Werk für Chor und Streichquartett von Chaya Czernowin vor. Das erste von vier Orchesterkonzerten gestaltet noch am gleichen Abend das SWR Symphonieorchester unter der Leitung von Brad Lubman mit Werken von Annesley Black, Maja S. K. Ratkje und Beat Furrer. Beide SWR Ensembles sind zusammen mit dem IRCAM und dem Chorwerk Ruhr unter der Leitung von Sylvain Cambreling auch am Abschlusskonzert beteiligt, wenn Francesco Filideis Oratorium „The Red Death“ seine Uraufführung erlebt.

Erstmals sind zwei weitere groß besetzte Sinfonieorchester in Donaueschingen zu Gast. Unter der Leitung von Ilan Volkov spielt das Orchestre Philharmonique du Luxembourg Werke von Enno Poppe, Liza Lim, Stefan Prins und Misato Mochizuki, im Konzert des Lucerne Festival Contemporary Orchestra unter Baldur Brönnimann erklingen Kompositionen von Milica Djordjević und Christian Mason sowie die historische Wiederaufführung der „Polyphonie X“ von Pierre Boulez, die bei ihrer Uraufführung 1951 in Donaueschingen einen veritablen Skandal auslöste. Als drittes SWR Ensemble hebt das SWR Experimentalstudio am Freitag, den 15. Oktober gemeinsam mit dem Trio Accanto Werke von Hannes Seidl, Eivind Buene, Lisa Illean und Rebecca Saunders aus der Taufe.

Spektakel im Freien und Musiktheater

Ein echtes Spektakel im Freien lässt die Landschaftskomposition „DONAU / RAUSCHEN“ von Daniel Ott und Enrico Stolzenburg erwarten. Diese wird ganz Donaueschingen zum Klingen bringen und bezieht neben Donaueschinger Musikgruppen auch Kapellen aus den Anrainerländern der Donau ein. Gleich drei musiktheatralische Produktionen erwartet das Publikum der diesjährigen Musiktage: François Sarhans Nachtstück „EPHÉMÈRE ENCHAINÉ“ entlässt die Besucherinnen am frühen Morgen in den Tag, Johannes Kreidlers Filmmusik „20:21 Rhythms of History“ lässt viele sonst vernachlässigte Aspekte der Neuen Musik zu ihrem Recht kommen und Pierre Jodlowski hat mit „Alan T.“ ein multidimensionales und -mediales Stück geschrieben, das zwischen Mensch, Maschine und Gesellschaft changiert.

Jazz und Klangkunst

Bei NowJazz treffen beim Duo LABOUR düster-dystopische Klänge auf die Dramatik traditioneller persischer Melodien und Poesie, beim Duo Thomas Lehn und Marcus Schmickler trifft ein Pianist und Synthesizerspieler auf einen Computermusiker und Komponisten. Gleich acht Klangkunst-Installationen sind im öffentlichen Raum Donaueschingens zu erleben. Sie alle setzen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Geschichte der Musiktage und Neuer Musik auseinander.

Donaueschingen global

Installationen von Em’kal aus Kamerun und dem Duo Pungwe aus Namibia und Zimbabwe sind Bestandteil von Donaueschingen global, ein im Jahr 2019 initiiertes Forschungsprojekt zur Reflexion zeitgenössischer und experimenteller Musik im außereuropäischen Kontext. Vier Expertinnen und Experten für globale Kunstmusik bereisten im Rahmen dieses Projekts ländliche und urbane Regionen Südamerikas, Afrikas, Asiens und des Nahen Ostens, um außerhalb bekannter Netzwerke und Institutionen zeitgenössische Musik zu erforschen und zu diskutieren. Die Ergebnisse ihrer Recherchen werden im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2021 auch in Konzerten, Performances, Diskussionen und Vorträgen präsentiert.

Ausstellung, Film, Buch

An sieben verschiedenen Orten in Donaueschingen erinnert die Ausstellung „1921–2021 – 100 Jahre Donaueschingen“ an die vielen großartigen Augenblicke und Persönlichkeiten der Festivalgeschichte. Sie wird kuratiert von Markus Müller und stellt auch Fragen nach Desiderata, Versäumnissen und der Rolle von Außenseitern. „Ohren auf! – 100 Jahre Donaueschinger Musiktage“ lautet der Titel einer 90-minütigen  Fernsehdokumentation von Bettina Ehrhardt, die sich ebenfalls mit der Geschichte der Musiktage befasst. Sendetermin im SWR Fernsehen ist der 11. November 2021 um 23:15 Uhr. Im Henschel Verlag erscheint das Buch „,Gegenwärtigʻ – 100 Jahre Neue Musik. Die Donaueschinger Musiktage“, im Auftrag der Gesellschaft der Musikfreunde Donaueschingen, Andreas Wilts und Friedemann Kawohl, herausgegeben von Björn Gottstein und Michael Rebhahn. Und schließlich gibt die Stadt Donaueschingen einen Katalog der Kunstplakate der Donaueschinger Musiktage heraus.

Künstlerische Leitung: Björn Gottstein

Kontakt

Donaueschinger Musiktage
Amt für Kultur, Tourismus und Marketing Donaueschingen

Karlstraße 58
78166 Donaueschingen
www.swr.de/swr-classic/donaueschinger-musiktage (externer Link, öffnet neues Fenster)