2012 wäre John Cage, einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts, 100 Jahre alt geworden. Durch seine experimentellen Aktionen, die Einbeziehung des Zufalls in das Komponieren und die Behandlung von Lärm als gleichwertiges klangliches Element hat Cage die Grundfeste des bis dahin herrschenden kompositorischen Verständnisses erschüttert.
Doch welche Relevanz haben seine radikalen Denk- und Kunstansätze heute, unabhängig von ihrem ursprünglichen Zeitbezug zu den Aufbrüchen der 1950er und 1960er Jahre? Das Festspielhaus Hellerau zielte mit dem Festival „Für die Vögel – 64 Stunden mit Werken von John Cage“ nicht auf eine historisch genaue Reproduktion seiner Werke. Vielmehr sollte über einen Zeitraum von 64 Stunden ein Labor bzw. Aktionsraum entstehen, der die Ideen von John Cage in ihrer geistigen und künstlerischen Radikalität erfahrbar machen und in die Jetztzeit transportieren sollte.
Die Besucher konnten inszenierte Räume erwandern, die von verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen mit Werken von Cage durchgehend während des Festivals bespielt wurden. Die Inszenierung dieses Gesamtereignisses unternahm der Komponist, Musiker und Autor Manos Tsangaris. Seine für diesen Anlass geschriebene Arbeit „Cheap Variation für Lichtquellen, kinetische und performative Prozesse“ kam ebenfalls zur Aufführung. Ein weiterer Teil der Veranstaltung bestand aus drei Projekten, in denen sich Schüler unter professioneller Anleitung mit den Phänomenen Stille und Geräusch auseinandersetzten.

Gesamtkonzept Manos Tsangaris (GR)
Mitwirkende: Dresdner Philharmonie, Ensemble Garage, Pi-hsien Chen (CN), Kat Válastur (GR), Jan Vogler, Markus Boysen, Ensemble Con Tempo Beijing (CN) u.a.

Kon­takt

Europäisches Zentrum der Künste

Karl-Liebknecht-Straße 56

01109 Dresden

www.hellerau.org