Vor genau hundert Jahren ist es dem Dichter, Erfinder und Visionär Paul Scheerbart gelungen, den Traum eines jeden Konstrukteurs Wirklichkeit werden zu lassen: Nachdem er fast drei Jahre an der Entwicklung eines Perpetuum mobiles gearbeitet hatte, konnte er im Juli 1910 seine Erfindung beim Kaiserlichen Patentamt in der Gitschiner Straße 97, Berlin-Kreuzberg, einreichen. Einmal in Gang gesetzt, würde die Maschine von nun an ewig in Bewegung bleiben, dabei Arbeit verrichten und die Menschheit von unnötigem Schweißtreiben befreien.
Der Komponist und Regisseur Ruedi Häusermann hat ein Kompendium von 25 Quartetten für vier präparierte Einhand-Klaviere geschrieben und sie durch ihre mechanische Behandlung in eigenständige Klangkörper verwandelt, die unentwegt ihren Charakter verändern können. Auf der Grundlage seiner Kompositionen sowie Texten und Zeichnungen Scheerbarts entwickelte er zusammen mit der Bühnenbildnerin Barbara Ehnes, vier Pianisten und sechs Musikerschauspielern einen eigenen theatralen Kosmos. Häusermanns Welten sind komplexe Flechtwerke aus Musik, Klängen, Geräuschen, Text und szenischen Bildern. Sie setzen die Sinne permanenten Schwankungen und Verschiebungen aus, die den Betrachter zu neuen Sicht- und Hörweisen führen.

Komposition & Regie: Ruedi Häusermann, Bühnenbild: Barbara Ehnes, Kostüme: Annabelle Witt, Dramaturgie: Arved Schultze, Regieassistent: Rogier Hardeman.

Künstler/innen: Kerstin Dathe, Annalisa Derossi, Panagiotis Iliopoulos, Philipp Läng, Iñigo Giner Miranda, Daniele Pintaudi, Jan Ratschko, Damian Rebgetz, Cathrin Romeis, Herwig Ursin.
UdK, KlangKunstBühne: Künstlerische Leitung: Daniel Ott.

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