Der RIAS Kammerchor, 1948 als Rundfunkchor des RIAS in West-Berlin gegründet, widmet sich gezielt der Förderung der zeitgenössischen Musik, sei es durch Auftragswerke oder die Einstudierung und Uraufführung neuer Musik. Anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls hat der Chor zu einem Werk angeregt, das sich mit der jüngsten deutschen Geschichte und insbesondere dem Motiv der Mauer auseinandersetzt.
Deutschland ist nicht das einzige Land mit einem "Mauerschicksal". In Korea trennt eine Mauer noch heute den Süden des Landes vom Norden. In Zypern teilt eine Mauer, auch wenn sie durchlässiger wird, ebenfalls das Land. Israel erhofft sich durch die Errichtung einer Mauer die Befriedung des israelisch-palästinensischen Grenzgebiets und die USA versuchen mit einer Mauer die illegale Einwanderung aus Mexiko zu verhindern. Mauern sind weltweit Zeichen von gewaltsamen Auseinandersetzungen und Freiheitsverlust.
Für die Komposition konnte der palästinensisch-israelische Komponist Samir Odeh-Tamimi gewonnen werden. In seinen Werken verknüpft er europäische mit arabischen Motiven. Das Libretto verfasste der in Dresden geborene Christian Lehnert. Sein Text verwendet Motive der christlichen Religion (Passionsgeschichte, Tod am Kreuz) sowie der europäischen Literaturgeschichte und verbindet sie mit den Geschichten von Orten, in denen heute Mauern stehen oder errichtet werden.

Künstlerische Leitung: Hans-Christoph Rademann
Künstler/innen: Samir Odeh-Tamimi (IL), Christian Lehnert, RIAS Kammerchor, musikFabrik - Ensemble für Neue Musik
Gesa Hoppe, Sopran
Christophe Mortagne, Tenor
Frank Wörner, Bariton
Romain Bischoff, Bariton
Hans-Christoph Rademann, Dirigent

Kon­takt

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