Der 100. Geburtstag des Komponisten John Cage im Jahr 2012 war Anlass für die Aufführung eines seiner Spätwerke, den selten zu hörenden Europeras. Im Rahmen des Festivals Acht Brücken / Musik für Köln 2012 der MusikTriennale Köln GmbH wurden die kammermusikalisch besetzten Stücke 3, 4 und 5 erstmals im Zusammenhang gespielt. Das multimediale Werk, das in Kooperation mit der Oper Köln unter der Regie von Elena Tzavara realisiert wurde, wandelte Traditionen europäischer Opernmusik weitgehend ab: Der Komponist schuf hauptsächlich einen präzise definierten zeitlichen und strukturellen Rahmen für Zufallsoperationen, z.B. für die von den Sängern individuell ausgewählten Arien, für Klaviertranskriptionen und Schallplattenaufnahmen, die sich in einem theatral durchgestalteten Raum begegneten. Detaillierte Anweisungen zum Licht, zur Einspielung von Geräuschen eines vorbeifahrenden LKWs und zu historischen Opernaufnahmen waren weitere Facetten des medial komplexen Werks. Die Vorstellungen wurden von interaktiven Vermittlungsangeboten flankiert, bei denen grundlegende Ideen von John Cage für Europeras für Chöre und Orchester eingerichtet wurden. Aufführungen im öffentlichen Raum richteten sich darüber hinaus an ein breites Publikum.

Künstlerische Leitung: Louwrens Langevoort, Regie: Elena Tzavara, Gesang: Mitglieder des Opernstudios Köln Rachel Bates (AUS), Ji-Hyun An, Sandra Janke, Gustavo Quaresma Ramos (BR), Sévag Serge Tachdjian (F), Yong Doo Park u.a. 
 

Kon­takt

MusikTriennale Köln

Bischofsgartenstraße 1
50667 Köln
www.achtbruecken.de