Das Kunstfest Weimar widmete sich in diesem Jahr der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn. Unter dem Motto «Irrlichter» fanden vom 20. August bis zum 12. September über 30 Veranstaltungen mit Musik, Tanz, Lesungen und Diskussionen statt. Eröffnet wurde das Kunstfest mit der Konzertreihe «Gedächtnis Buchenwald». Dirigiert von Michael Boder spielte die Staatskapelle Weimar in diesem Jahr Werke von Bernd Alois Zimmermann und Anton Bruckner. Die Gedenkworte sprach der jugoslawische Schriftsteller und Buchenwald-Überlebende Ivan Ivanji. Am folgenden Abend fand das große Eröffnungsfest im Weimarhallenpark statt.

Das Kunstfest steht traditionell im Zeichen von Franz Liszt, so auch die Auftritte der herausragenden Pianisten Boris Berezowsky und Valery Afanassiev. Berezowksky spielte jenes Lisztsche Bravourstück, dessen Titel dem siebten Kunstfest-Jahr das Motto gab: „Feux follets“ - „Irrlichter“. Das Österreichische Ensemble für Neue Musik präsentierte eine Inszenierung von Boris von Poser mit «Eight Songs for a Mad King» von Peter Maxwell Davies, «Pierrot lunaire» von Arnold Schönberg und «Drei Lieder des Narren» von Luigi Nono.

Im Rahmen des Schwerpunktes Tanz waren Israel Galvan, der „Nijinski des Flamenco“ und Savion Glover mit „Bare Soundz“, einer spektakulären Tap-Dance-Performance zu erleben. Außerdem war die legendäre Merce Cunningham Dance Company – zum letzten Mal auf Welttournee –in zwei deutschen Erstaufführungen zu sehen. Merce Cunningham starb 2009 in New York und hatte die Zukunft seiner Company genau festgelegt: zwei Jahre noch werden seine Stücke im Rahmen der Legacy Tour gezeigt, dann muss sich die Company endgültig auflösen. Die beiden Auftritte der Company fanden im Theater Erfurt statt. Um die Zukunft des Tanzes ging es in zwei tänzerisch-medialen Projekten in der Nietzsche-Gedächtnishalle („SENDER WEIMAR“) und in Van-de-Veldes Bauhaus-Räumen, wo die Tanz-Klassen der HfMdK Frankfurt mit dem hiesigen Bauhaus-Medien-Nachwuchs zusammenarbeiteten.

artist in residence waren in diesem Jahr die Geschwister Widmann: die vielfach preisgekrönte Geigerin Carolin Widmann und der Klarinettist und Komponist Jörg Widmann. Sie haben ein kammermusikalisches Programm entworfen, das Werke von Schubert, Schumann und Brahms einschloß, aber auch von Alban Berg, Bartòk, Boulez und Jörg Widmann.

Künstlerische Leitung: Dr. Nike Wagner
Künstler/innen:  Valery Afanassiev, Boris Berezowsky, Michael Boder, Israel Galvan, Savion Glover, Merce Cunningham Dance Company, Carolin Widmann, Jörg Widmann, Staatskapelle Weimar u.a.

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