Im Judentum heißt es: Drei Tage weinen, sieben Tage klagen, dreißig Tage trauern. Ein wichtiges Element der jüdischen Trauerrituale und zentral für die jüdische Kultur ist dabei die Erinnerung. Die siebentägige Schiwa, während der die Angehörigen der/des Toten Freunde und Verwandte empfangen, dient dem Austausch von Erinnerungen. „Shiva for Anne“, der dritte Teil der Jenseitstrilogie zu Totenklagen und Trauerritualen im Christentum, Islam und Judentum, widmet sich jüdischen Trauerritualen und insbesondere der Schiwa. Im Zentrum des Werkes der Schweizer Komponistin Mela Meierhans steht die Erinnerung an die britische Lyrikerin Anne Blonstein, die ursprünglich das Libretto verfassen sollte, 2011 jedoch starb. Mit Blonstein verband Meierhans eine langjährige Zusammenarbeit – das zentrale Motiv des Gedenkens hat also auch einen persönlichen Hintergrund. Den Grundstein des Librettos bilden nun Gedichte von Anne Blonstein, weiterhin hat Meierhans persönliche Erinnerungen an die Dichterin eingearbeitet. Komposition und Aufführung orientieren sich an den sieben Tagen und sechs Nächten der Schiwa, außerdem folgt das Werk szenisch und musikalisch dem psychodynamischen Prozess von Verzweiflung hin zur Befreiung. Da in der jüdischen Kultur- und Musiktradition die Mündlichkeit einen hohen Stellenwert hat, spielt die Stimme (Gesang und Sprechen) in der Komposition eine wichtige Rolle. Die Uraufführung von „Shiva for Anne“ fand im Rahmen der MaerzMusik 2014 in Berlin statt, danach waren Aufführungen in Luzern, Antwerpen, Chur und Basel geplant.

Künstlerische Leitung / Komposition: Mela Meierhans
Musikalische Leitung: Raphael Immoos (CH)
Regie: Fritz Hauser (CH), Licht: Brigitte Dubach (CH), Lyrik: Anne Blonstein (GB), Sänger/innen: Basler Madrigalisten und ensemble dialogue u.a.

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