Das Musikprojekt „The Long Now“ bildete die große Abschlussveranstaltung des internationalen Festivals für Zeitfragen „MaerzMusik“ der Berliner Festspiele – einer interdisziplinären Plattform, die unser Verhältnis zum Phänomen Zeit aus künstlerischer, wissenschaftlicher, philosophischer und politischer Perspektive untersucht hat. Mit einer Dauer von über 30 Stunden live gespielter Musik entfaltete „The Long Now“ einen einzigartigen entgrenzten Wahrnehmungsraum, der das Hören als introspektive, mentale und körperliche Erfahrung ebenso in den Mittelpunkt rückte wie das gemeinschaftliche Erleben von Musik und das Experimentieren mit unterschiedlichen Zeitwahrnehmungen. Das Projekt sprengte bewusst den Rahmen üblicher Veranstaltungsformate. Es strebte damit die Schaffung eines Erfahrungsraums an, in dem die künstlerischen Eigenzeiten von Musik, Performance und Film mit der Eigenrhythmik jedes einzelnen Besuchers in Resonanz zueinander treten konnten. Bestehend aus Konzerten, Performances, elektronischen Live-Acts, Klanginstallationen und DJ-Sets, verband das Projekt unterschiedliche künstlerisch-musikalische Welten zu einer Komposition – mit musikalischer Avantgarde über experimentelle Klangkunst bis hin zu avancierter Clubmusik.
Im Berliner Kraftwerk Mitte, das mit seiner monumentalen Dimension das räumliche Äquivalent dieser Chronosphäre bildete, traf das künstlerische Erleben von „The Long Now“ auf Wach- und Schlafzustände; konzentriertes Hören und Kontemplation fanden darin ebenso Platz wie die freie Bewegung im Raum und menschliche Begegnungen. Mit Blick auf aktuelle Problematiken wie temporale Fragmentierung oder soziale Beschleunigung schaffte das Projekt einen Zeit-Raum, der sich der getakteten Zeitmessung entzog, um ihr eine andersartige Zeitlichkeit entgegenzustellen.

Künstlerische Leitung: Berno Odo Polzer
Komponist/innen: Alvin Lucier (US), Catherine Christer Hennix (SE), William Basinski (US), Morton Feldman (US) u.a.
Musiker/innen: graindelovoix (BE), Alvin Lucier (US), Catherine Christer Hennix (SE), Juliet Fraser (GB), Thomas Ankersmit (NL), Kobe Van Cauwenberghe (BE) u.a.

Kon­takt

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