Space Tales - Future Cities

Über urbane Architekturen und räumliche Transformation in Südafrika – gefördert im Fonds TURN

Ausgrenzung ist seit jeher ein Thema des städtischen Raums. Die heutige Welt des globalisierten Kapitalismus setzt zwar auf Universalität und die Fiktion von multikultureller Toleranz, Respekt, Menschenrechten und Demokratie, das Nebeneinander vieler unterschiedlicher Lebensstile führt jedoch zu Prozessen der äußeren und inneren Ausgrenzung. Dabei spielen eine Vielzahl von kollektiven und politischen Identitäten und Interessen eine Rolle, wie Nationalität, Religionszugehörigkeit, Ethnizität, sexuelle Orientierung oder ökonomischer Mehrwert.

Die besondere soziale und politische Geschichte Südafrikas und seine aktuelle Stellung als stärkste Wirtschaftsmacht auf dem afrikanischen Kontinent machen diese Spannungen in sozialen, geografischen und urbanen Räumen besonders deutlich. Vor dem Hintergrund der großen Bedeutung von Territorialpolitik und Stadtplanung für das rassenideologische Apartheidregime, betrachtet man im heutigen Südafrika die räumliche Transformation von Städten als eine wichtige Strategie der Vergangenheitsbewältigung. Die historischen Architekturen der Ausgrenzung haben sich jedoch längst mit neuen verknüpft: Die gegenwärtige Situation ist bestimmt von einer großen wirtschaftlichen Ungleichheit in der südafrikanischen Gesellschaft, von der Ghettoisierung der armen Bevölkerung, der Abschottung wohlhabender Schichten in Gated Communities, von hohen Kriminalitätsraten und Gewalt, von Migration und Fremdenfeindlichkeit.

Die Projektreihe „Space Tales - Futures Cities“ der internationalen Tanzkompanie Dorky Park hinterfragt die Dynamiken von Ausgrenzung und räumlicher urbaner Transformation in Südafrika im Kontext soziopolitischer Entwicklungen und aktueller Kunstproduktion. In Kooperation mit der Outreach Foundation und dem The Forgotten Angle Theatre Collaborative in Johannesburg, dem Maxim Gorki Theater in Berlin, dem Thalia Theater in Hamburg und dem Festspielhaus Hellerau in Dresden findet eine Reihe von Veranstaltungen statt, die in drei Projekte unterteilt ist:

Hillbrowfication war ein Performance-Projekt mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 19 Jahren, die über das Leben von Migranten im Viertel Hillbrow in Johannesburg erzählen. Die Aufführungen fanden am Maxim Gorki Theater statt.
Chastworth widmete sich der indischen Community in Durban. Die Tanzfilmproduktion wurde am HAU Berlin präsentiert.
Super Local Stories umfasst eine Reihe von kleinen ortsbezogenen Formaten mit Künstlerresidenzen und Workshops an verschiedenen Orten von Johannesburg - vorwiegend in ehemaligen Townships und in der ländlich geprägten städtischen Peripherie. Die daraus entstandenen Performances der "Super Local Stories" fungieren als verschiedene Kapitel einer Serie, die als Orientierungspunkte in der Stadt miteinander verbunden sind. Ihre künstlerischen Ansätze beschäftigen sich mit verschiedenen Aspekten der Themen Architekturen der Ausgrenzung, Diaspora, Migranten und Xenophobie.

Künstlerische Leitung: Constanza Macras (DE)
Künstler/innen: Ariel Efraim Ashbel (DE), Gerald Bester (ZA), Lizi Estaras (BE), Adham Hafez (EG), Roman Handt (ZA), Dean Hutton (ZA), Lucky Kele (ZA), Spoek Mathambo (ZA), Mandla Mathonsi (ZA), Hector Thami Manekehla (ZA), Ana Mondini (DE), Manuel Osterholt (DE), John Sithole (ZA), PJ Sabbagha (ZA), Tatiana Saphir (DE), Fana Tshabalala (ZA), Andrew Tshabangu (ZA), Jan Sebastian Suba (DE), Nicolas Vladyslav (BE)

TURN – Fonds für künstlerische Kooperationen zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern

Mit dem Fonds TURN möchte die Kulturstiftung des Bundes möglichst viele unterschiedliche Institutionen in Deutschland anregen, sich mit dem künstlerischen Schaffen und den kulturellen Debatten in afrikanischen Ländern zu beschäftigen.

Termine

  • 7. Dezember, 2018 bis 10. Dezember, 2018: Wiederaufnahme von „Chatsworth“

    HAU1, Berlin

  • 28. September, 2018 bis 14. Oktober, 2018: Aufführungen "Super Local Stories"

    Studio Verlin, Berlin

  • 28. September, 2018 bis 14. Oktober, 2018: Fotoausstellung "Hillbrow Youth"

    Studio Verlin, Berlin

  • 25. August, 2018 bis 26. August, 2018: Weltpremiere & Aufführung „Chatsworth“

    im Rahmen des Festivals „Tanz im August“

    HAU 1, Berlin

  • 1. Juni, 2018 bis 3. Juni, 2018: Aufführungen „Hillbrowfication“

    Maxim-Gorki-Theater, Berlin

  • 15. September, 2017 bis 16. September, 2017: Tanzproduktion "In the heart of the country"

    Studio Verlin, Berlin

Super Local Stories - die Termine in Berlin:

 

28./29. September 2018, 20:00 Uhr
Burned Meat: Bodies On Vacation
Von und mit: Ariel Efraim Ashbel, Hector Thami Manekehla, Mpho Mahlatsi

11. Oktober 2018, 20:00 Uhr
In The Heart Of The Country
Von und mit: Fana Tshabalala, Ana Mondini and Emil Bordás

13./14. Oktober 2018, 20:00 Uhr
Breathe. Goldendean
Von und mit: Dean Hutton
See Me Now, See Me No More
Von und mit: John Sithole, Tatiana Saphir, Mandla Mathonsi, Simon Will

28. September - 14. Oktober 2018
Hillbrow Youth
Fotoausstellung von Manuel Osterholt

Weitere Termine:

9./10.03.2018
Premiere und Aufführung von Hillbrowfication in Hillbrow Theatre, Johannesburg (ZA), im Rahmen des Festivals Dance Umbrella

12.08.2018
Avant-Premiere von Chatsworth in Soweto Theatre, Johannesburg (ZA)

 

Kontakt

DorkyPark GmbH

Klosterstr. 44
10179 Berlin
www.dorkypark.org (externer Link, öffnet neues Fenster)