Un:imaginable – histories in conversation

A musical documentary performance on the soundtracks of war – gefördert im Fonds TURN2

Projektbeschreibung

In den 1990er Jahren erschüttern die Konflikte in Ruanda und auf dem Balkan die Welt. Die kulturellen Hintergründe dieser Konflikte sind unterschiedlich, dennoch haben sie viel gemeinsam: Neben der zeitlichen Parallele verfolgten beide eine Politik der Aussonderung und Spaltung, die in tragischen Ereignissen mit dem Höhepunkt der Völkermorde endete. Ihre Spuren sind bis heute in die Gesellschaften eingewoben, die Konflikte gelten als die blutigsten Ereignisse der modernen Geschichte. Zeugnisse und Erinnerungen dauern bis heute an. Tausende von Flüchtlingen aus Ruanda und Bosnien-Herzegowina erreichten Deutschland. Viele von ihnen blieben, um in der Diaspora eine bessere Zukunft zu finden. Völkermord und Krieg sind vorbei, aber die ethnischen Spannungen halten bis heute in allen Ländern an. Bosnien, das ewig geteilte Land? Ruanda, das Land der beispielhaften Versöhnung? Deutschland, das Land friedlicher Koexistenz? Wie stark haben sich Täter- und Opfer-Zuschreibungen in Post-Konflikt-Gesellschaften verfestigt?

Das Projekt von Oyoun / Kultur Neu Denken in Berlin zusammen mit Mashirika Performing Arts and Media Company/Umuntu Arts Festival in Kigali, Sarajevo War Theatre / SARTR, Emintha Theatre in Kamerun, Le 18 Marrakech in Marokko und Ndaba Dance in Uganda befragt die Präsenz dieser Ereignisse in den aktuellen Gesellschaften. Es geht der Gegenwart von vergangenen Gewalttaten im alltäglichen Leben nach und versucht, einer Verfestigung von Täter- und Opfernarrativen entgegenzuwirken und der Frage nachzuspüren, was das Menschliche in Konflikten ausmacht.

„Un:imaginable – histories in conversation“ behandelt die Stunde vor dem Tod im Leben von Opfern und Tätern. Es wird auf ähnlichen dokumentarischen Erzählungen von Menschen aus konfliktgeprägten Ländern basieren, die sich überlappen und verbinden, um eine spezifische Beziehung zwischen Distanz und Immersion herzustellen. Das Projekt baut damit ein internationales Netzwerk des künstlerischen Austauschs auf, das sich mit den Traumata von Krieg, Segregation und Diaspora auseinandersetzt. In künstlerischen und dokumentarischen Videobeiträgen wird das Netzwerk Perspektiven, Erfahrungen und Beiträge aus sechs verschiedenen Ländern und deren mitwirkenden Künstlern verhandeln, die als dokumentarisches Musiktheater inszeniert werden. Im künstlerischen Austausch zwischen verschiedenen kulturellen Kontexten werden Musik, Theater, Tanz, Literatur und Video transformiert, rekomponiert und als „soundtrack of our wars“ neu zusammengeführt. Kernelement sind die gemeinsamen persönlichen Erfahrungen, die sich überlagern und vereinen, projiziert und gespiegelt werden.

Projektpartner: Mashirika Performing Arts and Media Company, Umuntu Arts Festival, Kigali, Ruanda (https://ubumuntuartsfestival.com/ (externer Link, öffnet neues Fenster)) / Sarajevo War Theatre, SARTR (Bosnien-Herzegovina) / Emintha Theatre (Kamerun) / Le 18 Marrakech (Marokko) / Ndaba Dance (Uganda)

Künstlerische Leitung: Hope Azeda (RW), Louna Sbou (DE)
Autorin: Vernesa Berbo (BA)
Musikalische Leitung: Konstantin Dupelius (DE), Moise Mutanga (RW), Nedim Zlatar (BA)

13.05.2022 - 22.05.2022 Oyoun Berlin & Shared Studios Berlin - Aufführung
26.05.2022 -29.05.2022 Import Export, München - Aufführung
15.07.2022 -17.07.2022 Ubumuntu Arts Festival Kigali - Aufführung
30.09.2022 - 09.10.2022 SARTR and Festival MESS, Sarajevo - Aufführung

Kontakt

Oyoun / Kultur Neu Denken

Lucy-Lameck Str. 32
12049 Berlin
https://oyoun.de (externer Link, öffnet neues Fenster)