Zeitgleich zum 1200-jährigen Stadtjubiläum Halle blicken die Franckeschen Stiftungen auf 300 Jahre Dänisch-Hallesche Mission zurück. Das erste Missionsunternehmen in der protestantischen Kirchengeschichte bildete zu Beginn des 18. Jahrhunderts den Auftakt eines friedvollen und einflussreichen Kulturdialogs zwischen Indien und Europa. Die Franckeschen Stiftungen zu Halle waren über 100 Jahre lang stärkster Bezugspunkt und organisatorisches Zentrum für das Missionsunternehmen und verstehen sich bis heute als Vermittler in der Begegnung zweier auf den ersten Blick völlig gegensätzlicher Kulturkreise.

Im Mittelpunkt des ganzjährigen Jubiläumsprogramms stehen drei Ausstellungen, die aufeinander Bezug nehmen und sich mit der Geschichte, der Bedeutung und der anhaltenden Wirkung des historischen kulturellen Dialogs aus verschiedenen Blickwinkeln auseinander setzen. In ihrer Gesamtheit schlagen sie eine Brücke von den Wurzeln der kulturellen Begegnung im südindischen Tranquebar bis hin zur aktuellen Befragung dieses Dialogs zwischen Indien und Europa.

Künstlerische Leitung: Frau Dr. Heike Liebau, Berlin

  1. "Geliebtes Europa / Ostindische Welt. 300 Jahre interkultureller Dialog im Spiegel der Dänisch-Halleschen Mission" - Ausstellung in den Franckeschen Stiftungen

    In den Ausstellungsräumen des Historischen Waisenhauses der Franckeschen Stiftungen wird eine Ausstellung präsentiert, die sich mit den Wurzeln, dem Verlauf und den Wirkungen der Dänisch-Halleschen Mission bis in die Gegenwart hinein beschäftigt.

    Die Geschichte der Dänisch-Halleschen Mission bietet sich an, um die Entwicklung komplexer und dynamischer Beziehungen zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen und ihre kulturgeschichtlichen Wirkungen zu untersuchen.

    Daneben ist es ein Anliegen der Ausstellung, Bezug zu nehmen auf die aktuelle Diskussion über die Gestaltung eines friedlichen und gerechten Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen und Religionen.

    Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.
     

  2. "Geliebtes Europa / Ostindische Welt. 300 Jahre interkultureller Dialog im Spiegel der Dänisch-Halleschen Mission" - Tafelausstellung in Indien

    Als "Auszug" aus der ersten Ausstellung wurde im Jubiläumsjahr an mehreren Orten in Indien eine Wanderausstellung gezeigt, die aus 20 Bild- und Texttafeln bestand.
    Die Auswahl der abgebildeten Exponate und die Ausarbeitung der Begleittexte berücksichtigte die besondere Wahrnehmung der Dänisch-Halleschen Mission in ihrer historischen Bedeutung und beleuchtete ihre Auswirkung bis in die heutige Zeit. Darüber hinaus wurden bedeutende Ergebnisse missionarischer Forschungen auf unterschiedlichen Wissensgebieten präsentiert. Der kulturhistorische und wissenschaftliche Wert dieser Missionsquellen, die als einzigartige Zeugnisse über den Zustand der tamilischen Gesellschaft im 18. Jahrhundert berichteten, sollten dem Besucher auf diese Weise nahe gebracht werden.

    Die Tafelausstellung wurde von einer Broschüre begleitet.
     

  3. "Moving Spirits" - Bilaterales Kunst und Kulturprojekt der Franckeschen Stiftungen in Zusammenarbeit mit der Werkleitz Gesellschaft, Halle und Khoj Neu-Delhi, Indien

    Künstlerische Projektleitung: Peter Zorn, Merle Kröger, Dorothee Wenner
    Kooperationspartner: Werkleitz Gesellschaft, Halle (Saale); Khoj, Neu-Delhi
    Veranstaltungsort: Franckesche Stiftungen zu Halle
    Veranstaltungszeitraum: 07. Mai bis 03. Juni 2006
    TeilnehmerInnen Ausstellung: aus dem "Import Export" Netzwerk: Shilpa Gupta (Bombay), Dorothee Wenner, Merle Kröger (Berlin), Peter Zorn (Werkleitz), zusätzlich Amit Dutta (Pune), sowie zwei indische und zwei deutsche MedienkünstlerInnen
    Teilnehmer Vortrag / Präsentation: Philip Scheffner (Halfmoon Files), Paul Paulunn (Spiritual Music Transfer)

    Seit Jahrhunderten besteht ein gegenseitiger Einfluss der unterschiedlichen Kulturen und Religionen Europas und Indiens. Der deutschsprachige Raum, vor allem weite Kreise in Deutschland, wurden bereits im 18. Jahrhundert durch die schriftlichen Überlieferungen der Dänisch-Halleschen Mission in Südindien nachhaltig beeinflusst.
    Diese Einwirkung reicht mit unterschiedlichen Auswirkungen bis in die Gegenwart hinein.

    Das Projekt "Moving Spirits" beschäftigt sich mit dem wechselseitigen Einfluss spiritueller Ideen zwischen dem deutschen und dem indischen Sprachraum - sowohl mit dem Einfluss des Christentums in Indien als auch mit den zahlreichen Einflüssen aus Indien stammender spiritueller und religiöser Vorstellungen.

    Als Ergebnis der Auseinandersetzung werden drei Medien-Installationen präsentiert, die als größere filmische bzw. dokumentarische Projekte von deutschen und indischen Künstler/innen realisiert worden sind. Vier weitere Arbeiten greifen zeitgenössische Positionen junger Künstler/innen aus Indien und Deutschland auf, die sich mit der Thematik, angesiedelt im jeweils anderen Kontext, auseinandersetzen.

    Die Ausstellungen werden von einem vielseitigen wissenschaftlichen und kulturellen Programm begleitet. Die Eröffnung fand am 07. Mai 2006, 11.00 Uhr in den Franckeschen Stiftungen statt.

Kon­takt

Ulrike Reichmann
Franckesche Stiftungen zu Halle

Franckeplatz 1, Haus 37

06110 Halle an der Saale

Telefon: 0345-2127 481

Fax: 0345-2127 433

Franckesche Stiftungen