Die Ausstellung entwarf ein facettenreiches Bild des literarischen Lebens in West- und Ostdeutschland im ersten Jahrzehnt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Gründungsphase der literarischen Öffentlichkeit nach 1945 stand im Zeichen der Utopie einer demokratischen Öffentlichkeit, die die Spannung von privat und öffentlich noch nicht in die betriebsförmigen Strukturen von Institutionen überführt hatte.
Anhand von historischen Textdokumenten, Fotografien, Bild- und Tonaufnahmen und szenischen Rekonstruktionen wurden Voraussetzungen, Bedingungen und Zusammenhänge erkennbar, denen das wieder erstarkende literarische Leben im Nachkriegsdeutschland seine Ausprägung verdankt. Die Schau zielte weniger auf einen systematischen Überblick über die Literatur der Nachkriegszeit unter den Bedingungen der deutschen Teilung als vielmehr auf ein regional differenziertes Bild: Die literarischen Szenen in Berlin, Frankfurt, Hamburg, München und Leipzig bildeten unter den spezifischen Gegebenheiten vor Ort unverwechselbare Eigenheiten aus.
Um den historischen Besonderheiten in den damaligen literarischen Zentren Rechnung zu tragen, hat sich die Ausstellung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und des Literaturhauses Berlin verändert, je nachdem, an welchem jener Orte sie präsentiert wurde. So entstanden um einen Kernbestand von Exponaten herum verschiedene Ausstellungsvarianten, die durch die Zusammenarbeit mit einschlägigen Partnern am jeweiligen Präsentationsort immer wieder andere Akzente setzten.
Eine zweibändige Publikation vertieft die in den Ausstellungen visuell vermittelten Ein- und Ansichten über die Wiederaufnahme des literarischen Lebens in Deutschland.
Zahlreiche Vermittlungsangebote wie eigens für Schulen entwickelte Unterrichtsmaterialien konnten neben einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm den Interessentenkreis über das übliche Ausstellungspublikum hinaus erweitern.

Kurator: Helmut Böttiger
Ausstellungsgestaltung: Lutz Dittrich, Peter Karlhuber

Kon­takt

Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung

Alexandraweg 23

64287 Darmstadt

www.deutscheakademie.de