In Hannah Arendts theoretischen Schriften spielten literarische Texte eine große Rolle, die bisher noch wenig gewürdigt wurde. Die Dichtung beeinflusste und prägte ihr politisches und philosophisches Denken, das auf die Aufdeckung ideologisch verschütteter Wahrheit gerichtet war. "Nur von den Dichtern, nicht von den Philosophen erwarten wir Wahrheit", schreibt sie in ihr Denktagebuch. Hannah Arendt hat immer wieder in ihrem theoretischen Werk auf Literatur und Lyrik Bezug genommen und darüber hinaus eine Reihe von biografischen Essays großen Schriftstellern und Dichtern gewidmet. Weniger bekannt ist, dass Hannah Arendt auch selbst Gedichte geschrieben hat, sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache. Die Philosophin wurde von vielen Schriftstellern als Freundin und Gesprächspartnerin geschätzt und regte etliche von ihnen zu Werken an, in denen ihr fallweise auch ein Denkmal als literarische Figur gesetzt wurde. Die Ausstellung präsentierte Hannah Arendt in Filmen, Videoaufzeichnungen, Radiomitschnitten, Fotos, Briefen und Manuskripten als Literaturliebhaberin und -kennerin, als Dichterin, als Freundin und Muse von Schriftstellern und auch als literarische Figur.

Kuratorinnen: Barbara Hahn, Marie Luise Knott

Kon­takt

Literaturhaus Berlin
Ernest Wichner

Fasanenstraße 23

10719 Berlin