Die Ausstellung zeichnete den Werdegang des Dichters nach und eröffnete einen breitgefächerten Einblick in Kleists Arbeitsweise und Publikationspraxis. Das in mehr als zwanzigjähriger Sammeltätigkeit aufgebaute Archiv der Kleist-Arbeitsstelle stellte hierzu einen reichen Fundus bereit, ergänzt um Originale von privaten und öffentlichen Leihgebern. Die Schau eröffnete einen Zugang zu den Quellen der Überlieferung und konzentrierte sich anhand von Kleists Erstdrucken und Handschriften auf die detaillierte Vergegenwärtigung von Kleists Arbeit an seinen Texten. Diese Ausrichtung auf das philologische Detail unterschied sie grundsätzlich von der kontextorientierten Doppelausstellung „Kleist: Krise und Experiment“ in Berlin und Frankfurt (Oder).

Anders als die früheren bedeutenden Kleist-Ausstellungen 1977 in West-Berlin und Marbach war das Heidelberger Projekt dank der Brandenburgischen Kleist-Ausgabe in der Lage, das Material der Kleistschen Überlieferung in vollem Umfang zu dokumentieren. Einen starken Akzent setzten die Kuratoren daher auf den auratischen Charakter der Exponate, die zum überwiegenden Teil erstmals überhaupt in der Öffentlichkeit präsentiert wurden: neben sämtlichen originalen Erstdrucken zahlreiche handschriftliche Exponate sowie eine exemplarische Auswahl brieflicher Zeugnisse.

Das Rahmenprogramm bot zudem öffentliche Vortragsveranstaltungen an, die sich mit biografischen, politischen und theatergeschichtlichen Themen befassten. Ergänzend erschien eine reich illustrierte Begleitpublikation.

Die Ku­ra­to­ren

Prof. Dr. Roland Reuß und Dr. Peter Staengle kuratierten die Ausstellung im Auftrag des Instituts für Textkritik e.V., der Universität Heidelberg und des Germanistischen Seminars der Universität. Sie haben sich durch die Edition der Brandenburger Kleist-Ausgabe (1988 – 2010) sowie als Herausgeber der historisch-kritischen Franz Kafka-Ausgabe (1995 ff.) einen Namen gemacht. Als Ausstellungsmacher traten sie durch die in der Universitätsbibliothek Heidel-berg gezeigte Kafka-Jubiläumsausstellung (2008) hervor.

Kon­takt

Anne Maase
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