Ausgangspunkt für das Stück „Herrmann's Battle“ ist der Krieg – ein zentrales Motiv im Œuvre des Dichters, das bei ihm gleichermaßen Faszination wie Zweifel hervorrief. Anhand seiner literarischen Auseinandersetzung mit den militärischen Konflikten seiner Zeit untersuchte das Theaterprojekt, welche Brisanz Kleists künstlerisches Erbe für den zeitgenössischen Diskurs besitzt und inwieweit das digitale Informationsnetz des 21. Jahrhunderts einen Schauplatz für künftige Kriege abgeben wird:

Bereits in gegenwärtigen Konflikten, in denen Cyberangriffe auf operative Systeme unternommen werden, kommt der vernetzten Informationstechnik eine wichtige militärische Bedeutung zu – bei Angriffen auf Logistiksysteme, auf Schaltstellen industrieller Anlagen ebenso wie bei Hacker-Attacken auf feindliche Serververbünde oder Drohnen. Informationstechnologische Einrichtungen sind zu attraktiven Zielen für differenzierte, gut getarnte Angriffe von jedem Punkt der Erde aus geworden.

Für das Theaterprojekt „Herrmann's Battle“ arbeiteten Rimini Protokoll unter anderem mit Experten für gegenwärtige digitale Kriegsstrategien und Szenarien künftiger Kriegsführung zusammen. Entlang von Passagen aus Kleists Werk verkettetn sie verschiedene motivische Zentren miteinander und setzten vor diesem Hintergrund klassische und moderne Theorien des Krieges in Dialog zueinander.


Künstlerische Leitung: Helgard Haug und Daniel Wetzel (Rimini Protokoll)
Mit: Barbara Bishay (Facebook-Counter-Revolutionärin), Remzija Suljić (mutige Frau aus Srebrenica), Nathan Fain (Hardware Reverse Engineer), Peter Glaser (CCC Veteran, Poet) Käpt'n Rummelsnuff (Eisenkumpel, Strommusik), Karl-Christoph von Stünzner-Karbe (Heimkehrer, Oberst a.D.); Recherche und Dramaturgie: Sebastian Brünger; Bühne: Folke Köbberling und Martin Kaltwasser; Bühne-Mitarbeit, Licht, Video: Marc Jungreithmeier; Recherche und Regieassistenz: Juliane Hahn; Musik: Christian Schöfer; Live-Musik: Rummelsnuff; Animationen: Riedel&Ulfig; Mitarbeit: Mathilde Benignus und Jonas Heldt; Produktionsleitung: Katja Sonnemann
 

Eine Produktion von Rimini Apparat in Koproduktion mit dem Hebbel am Ufer, Berlin, dem Staatsschauspiel Dresden und der Comédie de Reims / Reims Festival Scènes d'Europe. In Zusammenarbeit mit der Messe und Veranstaltungs GmbH Frankfurt (Oder).

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