Literaturausstellungen kommt eine wachsende Bedeutung in der Vermittlung von Literatur zu. Doch wie sieht eine gute Literaturausstellung aus, die ganz unterschiedliche Zielgruppen (Lebensalter, Bildung) anspricht? Wie gelingt der Sprung von der Schriftform in eine anregende visuelle Präsentation? Zu dieser Fragestellung veranstaltete das Goethe-Haus gemeinsam mit dem Kulturamt Frankfurt am Main im Oktober 2008 eine Tagung und einen Workshop. Eingeladen waren Kuratoren und Gestalter aus verschiedenen europäischen Ländern, die in den letzten Jahren vielbeachtete Literaturausstellungen realisiert haben. 

Die Ergebnisse der Tagung mündeten dann in eine Meta-Ausstellung - eine Ausstellung über das Ausstellen von Literatur. Die experimentelle Gesamtschau „Wie stellt man Literatur aus? Sieben Positionen zu Goethes ‚Wilhelm Meister’“ zeigte im Rahmen der „Frankfurter Goethe-Festwoche 2010“ exemplarische Antworten auf diese Frage am Beispiel eines kanonischen, dem heutigen Publikum gleichwohl kaum noch vertrauten Texts.

Die folgenden Ausstellungsteams präsentieren ihren Vorschlag, wie man einen Klassiker der Weltliteratur zum Gegenstand einer Ausstellung macht:

Rose Epple / Detlev Weitz: Bücher-Körper
Susanne Fischer / Friedrich Forssman: Raum-Erkundungen
Evelyne Polt-Heinzl / Peter Karlhuber: Figuren-Spiele
Nicola Lepp / Hannah Leonie Prinzler: Leser-Stimmen
Heike Gfrereis / Diethard Keppler: Satz-Baukunst

Ergänzend haben ein Bildender Künstler auf dem Goethe-Platz und eine Frankfurter Literaturwissenschaftlerin im Goethe-Haus eigene Vorschläge zur Inszenierung des ‚Wilhelm Meister’ entwickelt.

Jean Luc Corner: Meister-Monument
Olivia Varwig / Petra Eichler & Susanne Kessler: Erinnerungs-Szene

Für die Gesamtarchitektur dieser Meta-Ausstellung war der renommierte Gestalter Holger Wallat verantwortlich.

Wissenschaftliche Leitung: Anne Bohnenkamp-Renken und Sonja Vandenrath
Kuratoren / Gestalter / Experten: Luca Crispi (IE), Orna Hanly (IE), Heike Gfrereis, Andreas Hunkeler, Susanne Fischer, Roman Hess (CH), Nathalie Léger (FR), Nathalie Crinière (FR), Nicola Lepp, Evelyne Polt-Heinzl (AT), Peter Karlhuber (AT), Simone Schmaus, Bernhard Echte (CH) und Heinz Kriesi (CH)

Pu­bli­ka­ti­on zum Pro­jekt

Die Publikation „Wort-Räume, Zeichen-Wechsel, Augen-Poesie. Zur Theorie und Praxis von Literaturausstellungen“ erscheint 2011 im Wallstein Verlag. Sie dokumentiert und reflektiert die Ergebnisse des Projektes.

Bestellung beim Wallstein Verlag

Wil­der Aus­stel­len

Der gleichnamige Artikel erschien im Magazin #12 der Kulturstiftung des Bundes. Die Journalistin und Literarturkritikerin Verena Auffermann schreibt darin über die Erwartungen und Anforderungen an neue Formen der Literaturausstellung.

Zum Artikel "Wilder Ausstellen"

Kon­takt

Frau Kristine Listau

Kulturamt Frankfurt

Brückenstr. 3-5

60594 Frankfurt am Main

Tel.: +49 (0)69 2123 5435

www.kultur.frankfurt.de