Am 21. November 2011 jährte sich der Todestag des Dichters Heinrich von Kleist zum 200. Mal. Die Kulturstiftung des Bundes beteiligte sich an diesem Gedenkjahr und realisierte in Zusammenarbeit mit der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft Berlin, dem Kleist-Museum Frankfurt (Oder), dem Maxim Gorki Theater Berlin und der Theatergruppe Rimini Protokoll mehrere Projekte, die den Dichter als Vorläufer der Moderne würdigen und die Aktualität seines künstlerischen Erbes in eine breite Öffentlichkeit tragen sollten.
Nicht nur in seinen Dramen und Novellen reagierte Kleist auf tiefgreifende gesellschaftliche Verunsicherungen. Auch mit seinen Überlegungen zur Militär- und Finanzreform des preußischen Staates, dem Entwurf eines U-Bootes, der Erfindung einer 'Lasterschule' nach dem Programm einer "Anti"- Pädagogik, der Forderung nach einer Ent-Disziplinierung der Wissenschaften oder der Gründung einer hauptstädtischen Boulevardzeitung versuchte Kleist, gesellschaftlichen Herausforderungen mit konstruktiven Ideen zu begegnen. Kleist erweist sich in dieser engagierten Haltung als ein Prototyp moderner Wissensproduktion in Gestalt eines Projektemachers und sein Scheitern bekräftigt aus heutiger Sicht die Vorausschau und Modernität des Dichters. 
Im Kleist-Jahr 2011 hat die Kulturstiftung des Bundes mit ihren Projektpartnern den großen, aber lange Zeit als Außenseiter der deutschen Literaturgeschichte verkannten Dichter gewürdigt und seine Rolle als eine der Ikonen der deutschen Literatur- und Kulturgeschichte verdeutlicht.

Kon­takt

Anne Maase
Kulturstiftung des Bundes

Franckeplatz 2

06110 Halle (Saale)

Tel.: +49 (0)345 2997 163

Fax: +49 (0)345 2997 333