Jenseits ihrer ökonomischen Dimension hat die globale Finanzkrise eine soziale Bewegung angestoßen, die alle Gesellschaftsschichten erreicht und für einen Wandel im europäischen Bewusstsein gesorgt hat, dessen Folgen noch nicht abzusehen sind. Aus diesem Anlass wollte „Lost Wor(l)ds” untersuchen, wie sich die kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Veränderungsprozesse Europas in seinen Sprachen und Literaturen manifestieren: Welche Narrative dominieren? Was für Sprachfelder öffnen sich? Welche Diskurse verstummen?
In drei Modulen – Symposium mit Diskussionen und Lesungen, Publikation und Website – befragte das Projekt europäische Intellektuelle nach ihren Positionen zu diesen Fragen und diskutierte ihre Rolle innerhalb gegenwärtiger Wandlungsprozesse. Das Festival lud sie ein, Texte zu verfassen und zu lesen, mit denen sie globale Veränderungen in ihren eigenen Gedanken und Erfahrungen spiegeln. Die Texte werden auf einer interaktiven, mehrsprachigen Website eingestellt, die eine Plattform für jedermann bietet, sich mit seinen eigenen Erfahrungen am Diskurs zu beteiligen.
Ziel von Lost „Wor(l)ds” ist es, die vielschichtigen Zusammenhänge zwischen Sprache, Kultur und Politik aufzuzeigen und zu einem neuen Umgang mit europäischen Werten anzuregen.

Künstlerische Leitung: Kateryna Stetsevych (UA/D), Katarina Tojić (SRB/D)
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Stefanie Stegmann
Beteiligte Autor/innen: Katja Lange-Müller (D), Melinda Nadj Abonji (CH), Martin Pollack (A), Aris Fioretos (SE), Serhij Zhadan (UA), Antonio Muñoz Molina (E), Mircea Cărtărescu (RO), Barbara Honigmann (F), Olga Tokarczuk (PL), Adania Shibli (PS), Gonçalo M. Tavares (PT), Yoko Tawada (D), Goran Petrović (SRB)

Kon­takt

Kulturgenossenschaft e.V.

Neue Welt 44

10247 Berlin