Schiller nahm regen Anteil an den philosophischen Debatten seiner Zeit. "Du errätst wohl nicht, was ich jetzt studiere?" schrieb er im März 1791 an seinen Freund Körner. "Nichts Schlechteres als Kant. Seine Kritik der Urteilskraft, die ich mir selbst angeschafft habe, reißt mich hin durch ihren lichtvollen geistreichen Inhalt und hat mir das größte Verlangen beigebracht, mich nach und nach in seine Philosophie hineinzuarbeiten." In Schillers Leben wurde die Kant-Lektüre eine entscheidende Zäsur. Fichte, Schelling und Novalis suchten den persönlichen Kontakt zu Schiller. Und Hegel war von seinen "Philosophischen Briefen" so inspiriert, dass er zwei Verse aus ihnen - leicht abgewandelt - als Schlussstein der "Phänomenologie des Geistes" verwendete: "aus dem Kelche dieses Geisterreiches / schäumt ihm seine Unendlichkeit." Schiller gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Deutschen Idealismus, manche halten ihn gar für seinen Erfinder. Wie intensiv war Schillers Auseinandersetzung mit der Philosophie wirklich? Eine Vortragsreihe im Deutschen Literaturarchiv geht dieser Frage nach. Sie wird im September von Dieter Henrich eröffnet; es folgen Volker Gernhardt, Sibylle Krämer, Friedrich Kittler und andere.

Marbach, September 2005

Kon­takt

Schiller-Nationalmuseum – Deutsches Literaturarchiv

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