Das Programm sollte die kulturelle Dimension rechtlicher Entscheidungen verdeutlichen, die zentrale gesellschaftliche Werte zur Geltung bringen. Für das Programm wurden Themen ausgewählt, die auch in den kommenden Jahren in jeweils mehreren europäischen Ländern die gesellschaftliche Wertediskussion prägen werden und die sich in konkreten rechtlichen Entscheidungen niederschlagen. Der Fokus lag auf zwei Schwerpunkten:

1. Der Umgang mit dem Wert "menschliches Leben" in der Rechtswirklichkeit der EU
- Umgang mit menschlichen Embryonen in der Forschung
- Strafbarkeit der Sterbehilfe
- Apparatemedizin und Ökonomie in der alternden Gesellschaft
- Strafbarkeit des Schwangerschaftsabbruchs

2. Religiöse Werte, kulturelles Umfeld und rechtliche Auseinandersetzung
- der Umgang mit religiösen Symbolen, z.B. in der Debatte über das von muslimischen Frauen getragene Kopftuch
- Strafrecht und Multikulturalität, z.B. zum Thema der sog. "Ehrenmorde"
- Schutz religiöser Symbole und Gefühle, z.B. gegenüber Karikaturen


Sprecher und Teilnehmer

Vorträge international renommierter rechtswissenschaftlicher Experten fokussierten die gesellschaftlichen Werteentscheidungen in der Rechtsprechung. Kulturwissenschaftler, Bioethiker und Religionsexperten trugen die kulturellen Grundlagen aus den verschiedenen Ländern bei. Experten für die Wertedebatte debattierten die mit dem Kongress vorgeschlagene Methodenalternative.

Angesprochene Öffentlichkeit war die Fachwelt aus allen kulturwissenschaftlichen Disziplinen sowie Rechtswissenschaftler und Entscheidungsträger in Recht und Politik.

Der Kongress richtete sich insbesondere an Wissenschaftler aus den Gebieten Recht, Bioethik oder Religionswissenschaft mit Interesse an einer grenzüberschreitenden Werte- und Rechtsdebatte. Die Veranstaltung war ausdrücklich nicht als juristische Fachveranstaltung angelegt. Auch alle, die sich mit den Sachthemen (z.B. Sterbehilfe, Kopftuchdebatte) oder ihrer politischen Behandlung in Europa auseinandersetzen, waren angesprochen.

 

Hintergrund des Projektes

Die Kulturstiftung des Bundes hat 2004 mit dem Kongress "Europa eine Seele geben" eine prominente und viel beachtete Plattform für die kulturelle Dimension der europäischen Einigung im politischen Leben bereitgestellt. Die öffentliche Diskussion über die Substanz einer europäischen Kultur, über den Bestand gemeinsamer und unterschiedlicher kultureller Werte in Europa lässt aber häufig eine empirisch abgesicherte Grundlage vermissen. Der Vorstand der Kulturstiftung des Bundes hat deswegen eine Idee aufgegriffen, die in Karlsruhe im Zusammenhang mit der dortigen Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas entstanden ist.

Im Rahmen einer großen, interdisziplinär und international besetzten Konferenz sollten die Bezüge zwischen Kultur und Recht diskutiert werden. Dabei sollte deutlich werden, wie Wertorientierungen die konkreten (juristischen) Entscheidungen großer gesellschaftlicher Konflikte prägen und in welchem Maß sich hierbei Unterschiede zwischen den europäischen Ländern zeigen lassen. Die Konzentration auf zwei gesellschaftspolitisch und kulturell besonders brisante Themenfelder sollte die Relevanz der Fragestellung für die Allgemeinheit anschaulich werden lassen.

Ver­an­stal­ter und Schirm­herr­schaft

Der Kongress wurde von der Kulturstiftung des Bundes und der Stadt Karlsruhe gemeinsam veranstaltet und finanziert. Der Präsident des Bundes-verfassungsgerichts, Prof. Dr. Dr. Hans-Jürgen Papier und der Präsident des Bundesgerichtshofs, Prof. Dr. Günter Hirsch haben die Schirmherrschaft für den Kongress übernommen.

Als Re­fe­rent/in­nen wa­ren ein­ge­la­den:

Die Rechtsanwältin, Frauenrechtlerin und Autorin Seyran Ates, der Präsident des Bundesgerichtshofs Prof. Dr. Günter Hirsch, der Politologe Prof. Dr. Claus Leggewie, der Religionswissen- schaftler Prof. Dr. Enzo Pace, der Präsident des Bundesverfassungs- gerichts Prof. Dr. Dres. h.c. Hans-Jürgen Papier, der Philosoph, Kulturwissenschaftler und Essayist Prof. Dr. Peter Sloterdijk, der Leiter des Zentrums für Medientechnologie Prof. Dr. Peter Weibel, die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, u.a.

Re­de der Künst­le­ri­schen Di­rek­to­rin Hor­ten­sia Völ­ckers

zur Eröffnung des Kongresses Wert Urteile. Judging Values in Karlsruhe am 9. Mai 2007.

www.werturteile.de

Kon­takt

Kongressbüro Wert Urteile
Dr. Fokke Peters

Schanzenstr. 43

20357 Hamburg

Tel/Fax +49.40.67 30 58 38

 

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