06.12.2018 - Pressemitteilung der Kulturstiftung des Bundes

Kulturstiftung des Bundes fördert hochkarätiges Jubiläumsprogramm des Ensemble Modern


360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft mit 39 Kulturinstitutionen verschiedener Sparten nun komplett

Halle an der Saale, 6. Dezember 2018

Am gestrigen Mittwoch fand sich der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters zu seiner 35. Sitzung ein und bewilligte neue Vorhaben in einem Förderumfang von 5,1 Mio. Euro.

Die Kulturstiftung des Bundes fördert das in Frankfurt am Main ansässige Ensemble Modern seit 2004 als einen ihrer kulturellen Leuchttürme. Anlässlich seines 40jährigen Gründungsjubiläums im Jahr 2020 will das Ensemble Modern in einem ganzjährigen Zyklus den Facettenreichtum seines musikalischen Wirkens, mit dem es zur treibenden Kraft der jüngeren Musikgeschichte wurde, im In- und Ausland präsentieren. Der Zyklus rückt charakteristische Aspekte des Ensembles in den Vordergrund: die intensive Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Komponisten, die Suche nach Aufführungsformen und -orten, in denen Werk und Ensemble neu erlebbar werden oder die Skalierbarkeit der Orchesterbesetzung. Die Kulturstiftung des Bundes fördert das Jubiläumsprogramm mit zusätzlich 400.000 Euro. Neben dem „Klassiker“, Heiner Goebbels’ Stück Schwarz auf Weiß, das erstmals nach 12 Jahren wieder in Deutschland auf die Bühne kommt, kommt das selten aufgeführte, epochale Werk Les Espaces Acoustique von Gérard Grisey zur Aufführung und geht unter Leitung von Sylvain Cambreling auf Tournee durch Deutschland. Wegen der zentralen Bedeutung des Werkes von Anton Webern für das Ensemble Modern wird unter Leitung des Komponisten und Dirigenten Enno Poppe das Konzertprojekt Anton Webern und das 21. Jahrhundert, ein musikalischer Dialog von heutigen Komponistinnen und Komponisten mit Anton Webern, realisiert. Mit Black Voices in Contemporary Music wird das Ensemble Komponistinnen und Komponisten der afrikanischen Diaspora u.a. mit einem Konzert in der Alten Oper Frankfurt würdigen. Das umfangreiche Programm wird ab Herbst 2019 bekanntgegeben.

Nach der Förderung von 17 Kultureinrichtungen in der 1. Förderrunde des Programms 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft im vergangenen Jahr stimmte der Stiftungsrat nun der Auswahl von weiteren 22 Institutionen aus allen Teilen Deutschlands zu. Sogenannte Agent/innen werden weitere zehn Museen, acht Theater, drei Bibliotheken sowie ein Symphonieorchester bei der Zusammenarbeit mit migrantischen Organisationen, der Entwicklung neuer Teilhabekonzepte und der interkulturellen Organisationsentwicklung unterstützen. In der jetzigen 2. Förderrunde wurden in der Sparte Theater das Badische Staatstheater Karlsruhe, das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin, das Nationaltheater Mannheim, das Thalia Theater in Hamburg, das Niedersächsische Staatstheater Hannover, das Theater Bielefeld sowie das Theater Oberhausen ausgewählt. In der Sparte Literatur werden die Münchner Stadtbibliothek, die Stadtbibliothek Wismar sowie die Ernst-Abbe-Bibliothek Jena gefördert. In der Sparte Museen erhielten das Stadtmuseum Berlin, das Museum für Islamische Kunst in Berlin, das Kleist-Museum Frankfurt (Oder), das Altonaer Museum Hamburg, das Hessische Landesmuseum Kassel, das Deutsche Filminstitut Frankfurt (Main), das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg, das Rautenstrauch-Joest-Museum Köln, das LWL-Industriemuseum Henrichshütte sowie das Museum der bildenden Künste Leipzig den Zuschlag. In der Sparte Musik wird die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz gefördert. Die Häuser erhalten Förderungen von je bis zu 360.000 Euro.


In der antragsgebundenen Allgemeinen Projektförderung empfahl die Jury 30 Projekte mit einer Gesamtförderung von 4,7 Mio. Euro, darunter „Artists & Agents“, ein Ausstellungsprojekt des Dortmunder Hartware MedienKunstVereins, das die Repressalien gegen Performance-Künstler in den ehemaligen Ostblockstaaten durch die Geheimdienste thematisiert. --- Die Literaturwissenschaftlerin Heike Gfrereis entwirft unter dem Motto „Literatur bewegt“ einen neuen Typ von Literaturausstellung, der Texte und Sammlungsstücke aus dem Deutschen Literaturarchiv Marbach performativ in Szene setzt. --- Das Museum Kunstpalast Düsseldorf präsentiert in seiner Schau „Fotografinnen an der Front“ Bilder von Kriegsfotografinnen, deren Objekte und Motive sich, verglichen mit denen ihrer meist bekannteren männlichen Kollegen, durch ihren sensiblen Blick auf das menschliche Elend auszeichnen. --- Die interdisziplinäre Ausstellung „Future Food“ des Deutschen Hygiene-Museums Dresden entwickelt Visionen einer künftigen Ernährung in der kosmopolitischen Gesellschaft. --- Mit dem Oral-History-Projekt „Archiv der Flucht“ entsteht am Berliner Haus der Kulturen der Welt ein digitaler Gedächtnisort, der an Flucht und Migration nach Deutschland im 20. und 21. Jahrhundert erinnert. --- Gemeinsam mit über einhundert Tänzern entwickelt der chilenische Choreograf José Vidal das Stück „Emergence“, das sich mit der Dynamik menschlicher Beziehungen in einer migrationsbedingt kulturell diversen Gesellschaft befasst, auf Kampnagel in Hamburg. --- Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtungin Darmstadt gibt eine neue Reihe zweisprachiger Anthologien mit Lyrik unterschiedlicher Länder und Sprachen Europas heraus, die von einer Lese-Tournee namens „Europa im Gedicht“ quer durch Europa flankiert wird. --- „Game of Drones“ heißt ein Ausstellungsprojekt des Zeppelin Museums in Friedrichshafen mit künstlerischen Positionen zu den Potenzialen und Risiken der Drohnentechnologie. --- Das Morgenland Festival Osnabrück präsentiert herausragende Vertreter der traditionellen Musik aus Aserbaidschan, der Türkei, Syrien und dem Iran, die auf Kompositions- und Improvisationsstile der westlichen experimentellen Musik treffen. --- In neuen künstlerischen Arbeiten und einem breiten Vermittlungsprogramm befasst sich das internationale Festival „The Weimar Republic of Yiddishland“ des Vereins other musicin Weimar mit der jiddischen und jüdischen Kultur der 1920er Jahre. --- Ins Zentrum ihrer künstlerischen Recherche "Bilderschlachten" rücken die Choreografin Stephanie Thiersch und die Komponistin Brigitta Muntendorf ein Werk Bernd Alois Zimmermanns, das sie erstmals mit zeitgenössischem Tanz, klassischem Ballett und Urban Dance für die Bühne aufbereiten. --- Die Leipziger Halle 14 tritt mit ihrer Schau „Islamische Aufklärung“ dem Vorurteil entgegen, Islam und Aufklärung seien diametrale Gegensätze, und untersucht dazu die vielfältigen Bezüge zwischen beiden.

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