Das Frankfurter Ensemble Modern zählt seit seiner Gründung 1980 weltweit zu den führenden Ensembles für Neue Musik. Mit 22 Solisten aus neun verschiedenen Nationen gibt das Ensemble Modern jährlich durchschnittlich 100 Konzerte und erarbeitet 70 Werke neu, darunter mehr als 20 Uraufführungen. Das Ensemble Modern gastierte bereits überall in Europa sowie in Afrika, Australien, China, Indien, Japan, Korea, Südamerika, Taiwan, Russland und den USA und tritt regelmäßig bei renommierten Festivals und an herausragenden Spielstätten auf.

Bekannt ist das Ensemble Modern für seine basisdemokratische Organisationsform und seine besondere Arbeitsweise, die sich bei der Programmgestaltung zeigt: Planungen werden nicht von einem künstlerischen Leiter, sondern gemeinsam vom Ensemble vorgenommen. Dieses schöpft seine musikalische Bandbreite aus den persönlichen Erfahrungen und Ideen. So umfasst das Repertoire neben Ensemble-, Orchester- und Kammerkonzerten auch Musiktheater, Tanz und Videoprojekte. 

Jubiläumsprogramm 2020

Anlässlich seines 40jährigen Gründungsjubiläums im Jahr 2020 will das Ensemble Modern in einem ganzjährigen Zyklus den Facettenreichtum seines musikalischen Wirkens, mit dem es zur treibenden Kraft der jüngeren Musikgeschichte wurde, im In- und Ausland präsentieren. Das Programm rückt charakteristische Aspekte des Ensembles in den Vordergrund: die intensive Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Komponisten und die Suche nach Aufführungsformen, in denen Werk und Ensemble neu erlebbar werden. Neben dem Klassiker "Schwarz auf Weiß" von Heiner Goebbels kommt das selten aufgeführte, epochale Werk "Les Espaces Acoustique" von Gérard Grisey zur Aufführung und geht unter Leitung von Sylvain Cambreling auf Tournee durch Deutschland. Wegen der zentralen Bedeutung des Werkes von Anton Webern für das Ensemble Modern wird unter Leitung des Komponisten und Dirigenten Enno Poppe das Konzertprojekt "Anton Webern und das 21. Jahrhundert", ein musikalischer Dialog von heutigen Komponisten mit Anton Webern, realisiert. Mit "Black Voices in Contemporary Music" würdigt das Ensemble Komponistinnen der afrikanischen Diaspora u.a. mit einem Konzert in der Alten Oper Frankfurt.

Die Kulturstiftung des Bundes fördert das Jubiläumsprogramm mit zusätzlich 400.000 Euro.

Impulse für die Neue Musik

Das Ensemble Modern hat zwei Einrichtungen aufgebaut, die sich mittlerweile in der Szene der zeitgenössischen Musiklandschaft etabliert haben: Die Internationale Ensemble Modern Akademie (IEMA) wurde im Sommer 2003 gegründet, um Neue Musik mit Nachwuchsmusikern zu erarbeiten und das Wissen im Umgang mit zeitgenössischen Kompositionen und Notenmaterial weiterzugeben. Die Arbeit der IEMA, die weltweit wirksame Impulse und Maßstäbe gesetzt hat, umfasst einen Masterstudiengang, internationale Meisterkurse, Schulprojekte und das Internationale Kompositionsseminar. Das Ensemble Modern Orchestra (EMO) wurde 1998 als weltweit erstes Orchester gegründet, das sich ausschließlich der Neuen Musik widmet. Den Kern des Orchesters bilden die Solisten des Ensemble Modern. Sie werden unterstützt durch Musiker aus der ganzen Welt.
In den Jahren 2014 bis 2018 unterstützte die Kulturstiftung des Bundes mehrere Projekte, die gemeinsam von Musiker/innen des Ensemble Modern Orchestra und Absolvent/innen des Masterstudiengangs der Internationalen Ensemble Modern Akademie erarbeitet wurden. Dazu gehörten eine große Tournee mit vier Uraufführungen, die Vergabe und Aufführung von Auftragswerken sowie weitere gemeinschaftliche Produktionen von EMO und IEMA.

Kul­tu­rel­le Leucht­tür­me er­hal­ten mehr Geld

Auf seiner Sitzung am 28. November 2016 beschloss der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes, die Förderung aller gegenwärtig geförderten kulturellen Leuchttürme bis zum Jahr 2022 fortzuführen und erstmalig zu erhöhen. Damit erhält das Ensemble Modern künftig 250.000 Euro pro Jahr.

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