23.06.2015 - Pressemitteilung der Kulturstiftung des Bundes

Die Kulturstiftung des Bundes investiert 13,4 Mio. Euro


Pressemitteilung der Kulturstiftung des Bundes

Der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters verabschiedete auf seiner heutigen Sitzung neue Vorhaben für insgesamt 13,4 Mio. Euro
 

5,6 Mio. Euro für Vermittlungsarbeit in Museen 

„Kulturelle Bildung“ ist seit vielen Jahren ein Schwerpunktthema der Kulturstiftung des Bundes. Programme wie „Jedem Kind ein Instrument“ oder „Kulturagenten“ haben deutschlandweit  Signalwirkung entfaltet und zu Nachahmung und Fortsetzung angeregt. Mit einer zwei Programmmodule umfassenden „Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen“ will die Kulturstiftung des Bundes in den Jahren 2016 bis 2020 einen weiteren Akzent im Bereich Kulturelle Bildung setzen. Es geht darum, Veränderungsprozesse in den Museen selbst anzustoßen, die geeignet sind, insbesondere junge Menschen – das „Publikum von morgen“ – anzusprechen.

Zunächst wird im Bode-Museum der Staatlichen Museen zu Berlin modellhaft ein Vermittlungslabor eingerichtet, das über mehrere Jahre mit Berliner Schulen zusammenarbeiten wird. Das Bode-Museum ist aufgrund seiner kunsthistorisch außerordentlich bedeutsamen Sammlung ein international renommierter Ort, der einem jüngeren Publikum allerdings wenig vertraut und sehr voraussetzungsvoll scheint. In Anbetracht dessen sollen Aufgaben der Vermittlung im Bode-Museum künftig in alle Arbeitsabläufe wirksam integriert werden – von der Pforte über die Kurator/innen bis zum Direktorium. Die Erfahrungen und Ergebnisse aus diesem bis 2020 laufenden Modellprojekt am Bode-Museum sollen in Gestalt von Prototypen übertragbar aufbereitet werden und später allen Museen und Vermittler/innen in Deutschland zur Verfügung stehen.

Als zweites Modul der Initiative fördert die Kulturstiftung des Bundes achtzehn wissenschaftliche Volontariate im Bereich Vermittlung. Die Volontäre arbeiten an der Entwicklung der Prototypen im Labor mit und können einzelne Formate in ihre Museen übertragen. Für das Volontärsprogramm können sich voraussichtlich ab Frühjahr 2016 Museen mit Sammlungsschwerpunkt Kunst deutschlandweit bewerben, die der Vermittlungsarbeit in ihrem Haus langfristig einen höheren Stellenwert einräumen wollen und eine Stelle für ein wissenschaftliches Volontariat im Bereich Vermittlung einrichten. Im Zusammenwirken beider Module sollte sich modellhaft eine zukunftsfähige Vermittlungsarbeit in Museen abzeichnen.

Die Initiative wird in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin durchgeführt. Zudem plant die Kulturstiftung des Bundes die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Museumsbund und der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel.

Außerdem wurden 3,22 Mio. Euro für eine Verlängerung des „Doppelpass – Fonds für Theaterkooperationen“ bis 2019 bewilligt. Geplant sind bis zu 15 weiteren Kooperationen zwischen festen Häusern und freier Szene im Tanz- und Theaterbereich. 

Im Rahmen der antragsgebundenen allgemeinen Projektförderung empfahl die Jury 29 Projekte mit einem Förderumfang von 4,57 Mio. Euro. 

Zu den geförderten Projekten gehört u. a. die Ausstellung „New Sensorium“ im ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, die Positionen internationaler Künstler/innen zu „Auswegen aus dem Versagen der Modernisierung“ versammelt. / In der Ausstellung „Die Schule von Kyiv“ zeigt der Badische Kunstverein die Einflüsse aus der Ukraine auf künstlerische Entwicklungen in Europa von der Avantgarde bis in die Gegenwart. / Das Festival „Ästhetik der Widersprüche“ im Berliner HAU Hebbel am Ufer nimmt Peter Weiss‘ Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ zum Ausgangspunkt, um ein Bild von den heutigen Konstellationen von Politik, Geschichte und Ästhetik zu entwerfen. / Das Literaturfest München lädt unter dem Motto front:text Schriftsteller/innen ein, die in Krisengebieten oder im Exil leben und über ihre Erfahrungen schreiben. / Auch das Berliner Maxim Gorki Theater widmet sich mit „Non Citizens“ dem Thema Flucht und hinterfragt den konstruierten Gegensatz zwischen Citizens und Non-Citizens. / Auf das Flüchtlingsthema reagieren ebenso die Münchner Kammerspiele, indem sie das Haus in ein „Munich Welcome Theatre“ umwandeln. / Das Projekt „The Greatest Show on Earth“ des Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main tritt an, die Performance-Kunst durch Überführung in Formate des Zirkus wiederzubeleben. / Beim Festival Berlin Atonal 2015 wird das Kraftwerk Berlin wieder zu einem Epizentrum experimenteller Musik, Kunst und Technologie. / In der Ausstellung „Imaginäre Tropen“ der Kunsthalle Mainz setzen sich die Künstler/innen Lothar Baumgarten und Camille Henrot mit dem Wirken Georg Forsters auseinander. / Der Künstler Carsten Nicolai entwickelt für die Kunstsammlungen Chemnitz die monumentale Rauminstallation „unitape“, die Notationssysteme und Kommunikationsprozesse im Industriezeitalter reflektiert. / Das Haus der Berliner Festspiele zeigt im Rahmen von Foreign Affairs 2016 neben einer Ausstellung fünf Bühnenproduktionen des südafrikanischen Künstlers William Kentridge unter dem Titel „Uncertainty vs. Enlightenment“. / „Conditions of Political Choreography“ untersucht anhand von performativen Arbeiten den Erinnerungsraum zwischen Deutschland und Israel nach 1990. Nach einer Station in Tel Aviv wird die Schau im Neuen BerlinerKunstverein gezeigt.

 

Die Kulturstiftung des Bundes wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Kontakt

Friederike Tappe-Hornbostel

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