Chemnitz war im 19. Jahrhundert ein bedeutender Standort der Textilindustrie in Deutschland. Schon frühzeitig wurde hier mit dem Jacquard-Webstuhl gearbeitet, der mithilfe von Lochkarten gesteuert wird. Der französische Seidenweber Joseph-Marie Jacquard hatte damit im Jahr 1805 die erste programmierte Maschine erfunden. Inspiriert von der Geschichte seiner Heimatstadt Chemnitz, entwickelte der international renommierte Künstler Carsten Nicolai für die Kunstsammlungen Chemnitz die monumentale Rauminstallation „unitape“. Ausgehend vom Lochkartensystem setzt sich Nicolai in seiner Installation mit Bildcodierungen und Notationssystemen auseinander, die visuelle und akustische Signale und Informationen miteinander verbinden. Seine Arbeit ist nicht nur eine Reverenz an die Industriegeschichte der Stadt, es ist zugleich eine Reflektion von Kommunikationsprozessen im Industriezeitalter. Nicolai analysiert sozialpsychologische Aspekte der Interaktion zwischen Mensch und Maschine und bezieht sich dabei auch auf den Chemnitzer Künstler Carlfriedrich Claus (1930-1998), der sich in seinen „Sprachblättern“ bereits mit diesem Thema beschäftigt hatte.
Ein umfangreicher Katalog dokumentiert die Arbeit im Kontext des von Nicolai bereits geschaffenen Werkes. Er beinhaltet Abbildungen sowie Texte und Statements verschiedener Autor/innen, die Nicolais Werk aus verschiedenen Perspektiven analysieren und kommentieren.

Künstler: Carsten Nicolai
Beiträge: Blixa Bargeld, Max Hollein, Ryoji Ikeda (J), Takashi Ikegami (J), Olaf Nicolai, Ryuichi Sakamoto (J), David Toop (GB), Peter Weibel (A), Siegfried Zielinski, Daniela Zyman (A)

Kon­takt

Kunstsammlungen Chemnitz

Theaterplatz 1

09111 Chemnitz

www.kunstsammlungen-chemnitz.de