Pandemien und Naturkatastrophen überall auf der Welt führen das Ausmaß der menschengemachten Krise um Klima und Biodiversität vor Augen. Die zentrale und ambivalente Rolle von Städten bei der globalen Umweltzerstörung nimmt das Projekt „Cohabitation“ zum Anlass, das Zusammenleben von menschlichen und nicht-menschlichen Lebewesen in urbanen Räumen neu zu denken: An der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft, Architektur und Stadtplanung sollen Gestaltungsansätze für die Stadt der Zukunft entwickelt werden – eine Stadt, in der nicht-menschlichen Lebensformen eine bedeutende Rolle zugesprochen und ein solidarisches Zusammenleben möglich wird.

Das Thema städtischer Cohabitation wird in verschiedenen, miteinander vernetzten Formaten verhandelt: Eine Ausstellung im silent green Kulturquartier in Berlin fächert Fragen zum Mensch-Tier-Verhältnis in der Stadt anhand von drei Schlüsselperspektiven auf: „Anthropocity“, „Eco City“ und „Zoopolis“. Neben historischen Fotografien und Originaldokumenten werden zu jedem Kapitel internationale künstlerische Positionen gezeigt, die eine komplexe Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis adressieren, etwa Anastasia Taylor-Linds Fotoserie zu den Zoos des Gazastreifens, für die Tiere u.a. durch Tunnel aus Ägypten eingeschmuggelt werden, oder der interaktive Dokumentarfilm „Don‘t fence me in“ von Ann Sophie Lindström, der einen Reitclub für schwarze Teenager in einem von Armut und Kriminalität geprägten Viertel Philadelphias porträtiert. Internationale Partner, darunter das Goethe Institut Côte d'Ivoire, das NTU Center for Contemporary Art Singapore und die Architectural Association London entwickeln lokale Case Studies und Gestaltungsexperimente, die in die Ausstellung einfließen. An verschiedenen Standorten in Berlin wie dem Spreepark, den Prinzessinnengärten und der Floating University werden modellhafte Inter-Spezies-Räume geschaffen. Geplant sind Stadtführungen, Live-Performances, Filmscreenings und Diskussionen sowie drei Abendsymposien, die zentrale Vordenkerinnen und Experten aus den Bereichen Tierrecht, Naturschutz, Biologie, Architektur und Stadtentwicklung mit Aktivisten und beteiligten Künstlerinnen zusammenbringen.

Künstlerische Leitung: Marion von Osten, Christian Hiller, Alexandra Nehmer, Anh-Linh Ngo, Peter Spillmann

Beteiligte: Fahim Amir, Animali Domestici, Club Real, Theo Deutinger, Krõõt Juurak & Alex Bailey, Faiza Ahmad Khan & Hanna Rullmann, Labor k3000, Ann Sophie Lindström, Maissa Maatouk, Urban Fauna Lab u.a.

  • Termine

    03.06. –
    04.07.2021

    Ausstellung

    Silent green Kulturquartier | Berlin

Kon­takt

ARCH+ Verein zur Förderung des
Architektur- und Stadtdiskurses

Friedrichstraße 23 a
10969 Berlin

www.archplus.net