documenta. Politik und Kunst

Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums Berlin

Projektbeschreibung

Die Ausstellung im Deutschen Historischen Museum Berlin untersucht erstmals die Geschichte der documenta im Kontext der politischen, kulturgeschichtlichen und gesellschaftsgeschichtlichen Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

1955 bis 1997: documenta-Ausstellungen I bis X

Die documenta als künstlerisches Großereignis ist Ausgangspunkt und Fallbeispiel, um die Politik- und Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland in ihrem internationalen Kontext zu erzählen – mit Hilfe von Bildern, Filmen, Dokumenten, dreidimensionalen Objekten und Oral History-Interviews. Die Ausstellung konzentriert sich dabei auf die documenta-Ausstellungen I bis X, das heißt die Jahre 1955 bis 1997 und reflektiert so auch die Öffnung in eine globalisierte Welterfahrung jenseits der Nachkriegsblockbildungen.

Vier Themenfelder

Die Geschichte der documenta soll anhand von vier thematischen Feldern dargestellt werden: Die documenta und der Nationalsozialismus fragt nach der nationalsozialistischen Vergangenheit und deren verborgenen Spuren in der documenta. Der „Westen“ als politisches und kulturelles Programm stellt die documenta als Fallgeschichte für die Westorientierung der Bundesrepublik dar und zwar sowohl auf der Ebene der politischen Blockbildung im Kalten Krieg, als auch im Hinblick auf die Kulturpolitik. Der „Osten“ als das Andere der Moderne widmet sich der Abgrenzung gegenüber dem „Osten“ im Zuge des Kalten Krieges. Der vierte Teil – „Die documenta in der Bundesrepublik“ – reflektiert gesellschaftliche Entwicklungen in der Bundesrepublik im Spiegel der Kunstpräsentation, -vermittlung und -aneignung. Dabei geht es um zeitgenössische Kunst im Kontext von Kanonisierung und Vermarktung, um Kunst als zu vermittelndes Bildungsgut und um Formen der Aneignung durch das Publikum.

Exponate

Die Exponate stammen aus den Sammlungen des Deutschen Historischen Museums und seiner Kooperationspartner, vor allem aber aus zahlreichen nationalen und internationalen Museen, Galerien und Archiven – wie etwa dem Museum of Modern Art, New York, dem Getty Research Institut und dem LACMA, Los Angeles, dem Museum Ludwig Köln und dem Centre Pompidou in Paris.

Artistic Research

Ab März 2020 wird das DHM eine Künstlerin oder einen Künstler einladen, sich mittels künstlerischer Methoden mit der documenta und ihrer politischen Geschichte zu befassen. Das Forschungsergebnis bzw. das entstandene Kunstwerk soll Teil der Ausstellung werden. Das Artistic Research-Projekt reflektiert, dass die documenta seit Beginn als Ort künstlerischer Zeitgenossenschaft angelegt war, an dem nicht nur neue Formate, Medien und Materialien diskutiert, sondern vor allem auch aktuelle Lesarten und Perspektiven auf die Kunst verhandelt wurden.

Kuratoren: Lars Bang Larsen, Julia Voss, Dorothee Wierling

Ausstellung: Die Liste der „Gottbegnadeten“. Künstler des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik

27.8.2021–5.12.2021

Eine weitere Ausstellung im Deutschen Historischen Museum Berlin nimmt erstmals die Nachkriegskarrieren sogenannter gottbegnadeter bildender Künstler und die damit verbundene Kontinuität einer antimodernen Kunstauffassung in den Blick.

Weiterführende Informationen

Symposium

Am 15. Oktober 2019 fand ein vorbereitendes Symposium statt. Die Ergebnisse des Symposiums fließen in die Ausstellungskonzeption ein.

Publikationen

Zur Ausstellung wird ein illustrierter Ausstellungskatalog in Deutsch und Englisch erscheinen sowie ein Begleitheft für Kinder und Jugendliche.

Termine

  • 18. Juni, 2021 bis 9. Januar, 2022: Ausstellung

    Deutsches Historisches Museum, Berlin

  • 16. Juni, 2021 : Ausstellungseröffnung

    Deutsches Historisches Museum, Berlin

Kontakt

Deutsches Historisches Museum

Unter den Linden 2
10117 Berlin

www.dhm.de (externer Link, öffnet neues Fenster)