Im kollektiven Gedächtnis existiert die Berliner Mauer vor allem in ihrer späten Erscheinungsform als entweder steriles oder bunt besprühtes Betonband. Der Fotograf Arwed Messmer und die Schriftstellerin Annett Gröschner erweitern diese Bilder um eine bisher unbekannte Perspektive. In ihrem Ausstellungs- und Buchprojekt „Aus anderer Sicht“, das 2011 präsentiert wurde, zeigten sie Ansichten der Mauer in ihrer frühen Bauphase aus dem Blickwinkel der Erbauer. Ausgangsmaterial für das Projekt waren Fotografien, die von den DDR-Grenztruppen in den sechziger Jahren angefertigt wurden. 2012 entdeckten sie ein weiteres Bildkonvolut, das ergänzend zum innerstädtischen Grenzverlauf die frühe Mauer zwischen West-Berlin und Potsdam dokumentiert. In der Ausstellung „Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht“ zeigten sie nun mit rund 700 Panoramen und 3.000 Einzelbildern den gesamten Verlauf der Mauer um West-Berlin. Ergänzt wurden die Panoramen durch weiteres bearbeitetes Material aus dem Bundesarchiv. Zur Ausstellung erschien eine zweibändige Publikation im Hatje Cantz Verlag. Ergänzend zur Schau gab es eine Gesprächsreihe über den Umgang mit der Berliner Mauer in Kunst, Archiv und Wissenschaft.

Künstlerische Leitung: Arwed Messmer, Annett Gröschner

Kon­takt

Gröschner Messmer GbR, Berlin

 

www.inventarisierung-der-macht.de