Juden in Europa 1945–1948

Ausstellung – gefördert im Programm Fellowship Internationales Museum

Projektbeschreibung

Die meisten Juden, die den Holocaust überlebt bzw. die Kriegsjahre im Exil oder im Verborgenen verbracht hatten, versuchten nach Ende des Zweiten Weltkriegs in ihre Heimatländer zurückzukehren, um sich dort wieder eine Existenz aufzubauen. Viele fanden sich jedoch als „Displaced Person“ in einem Lager in Deutschland wieder. Jene, denen eine Rückkehr in das alte Leben in einem zerstörten Europa nicht mehr möglich war, blieb nur die Auswanderung in die USA, nach Palästina oder andere Länder. Erstmals wird diese Geschichte der Juden in Europa zwischen 1945 und 1948 in einer Ausstellung zusammengeführt.

Fragen nach politischer Orientierung zwischen Kommunismus, Demokratie und Zionismus im beginnenden Kalten Krieg prägten damals die Lebensentscheidungen vieler Juden: War nach dem Holocaust ein Neuanfang nur in einem jüdischen Staat möglich? Musste man nicht am Aufbau des Sozialismus mitarbeiten, um die Grundlagen für eine bessere Zukunft ohne Antisemitismus zu legen? Pogrome in Polen 1946 und politische Verfolgungen in der UdSSR zerstörten Hoffnungen und lösten neue Flüchtlingswellen aus. Und auch in den westeuropäischen Ländern wurden die Rückkehrer häufig mit Misstrauen empfangen. Die Besonderheit ihres Verfolgungsschicksals wurde in diesen Ländern nicht anerkannt.

Diese Historie ist nur in einer transnationalen Perspektive zu erfassen. Eine umfassende Aufarbeitung, die die Besonderheit der einzelnen Erfahrungen veranschaulicht, fehlt bislang. Das Projekt hatte das Ziel, die Lage der Juden in Ost- und Mitteleuropa aber auch in West- und Südeuropa zu rekonstruieren. Ein Schwerpunkt lag dabei auf den vier Besatzungszonen in Deutschland.

Mit dem Programm Fellowship Internationales Museum

ermöglichte die Kulturstiftung des Bundes Gastkuratorinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland für eine Dauer von 18 Monaten an einem Museum oder einer öffentlichen Sammlung in Deutschland zu arbeiten.

 

Kata Bohus, Fellow am Jüdischen Museum Frankfurt

Die Historikerin Dr. Kata Bohus wurde in Ungarn geboren und promovierte 2014 an der Central European University. Ihr Fachgebiet ist die Geschichte der osteuropäischen Juden unter dem Kommunismus. Als Postdoktorandin in der Anne-Frank-Forschungsgruppe am Lichtenberg-Kolleg, Georg-August-Universität Göttingen, erforschte sie die Rezeption von Anne Franks Tagebuch im kommunistischen Ungarn.

Termine

  • 31. August, 2021 bis 18. Januar, 2022: Ausstellung: Unser Mut: Juden in Europa 1945-48

    Museum Judengasse, Frankfurt am Main

  • 3. Dezember, 2017 bis 5. Dezember, 2017: Konferenz: Building from Ashes - Jews in Postwar Europe (1945–1950)

    Goethe Universität, Campus Westend, Frankfurt am Main

Kontakt

Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main

Untermainkai 14/15
60311 Frankfurt am Main

www.juedischesmuseum.de (externer Link, öffnet neues Fenster)