Seit der Stadtgründung im Jahr 1870 ist die Königstraße das Herzstück von Elmshorn. Hier, zwischen Bahnhof und Kirche, befanden und befinden sich ein Armenhaus, ein großes Hotel, Gaststätten, Kinos, Banken, eine Brauerei, die Stadtbibliothek, Lederfabriken, Schlachter, Handwerksbetriebe sowie Geschäfte des Einzelhandels, Arztpraxen und Wohnungen. Dieser Mikrokosmos verändert sich stark durch die Digitalisierung und den demografischen Wandel: Seitdem ein Großteil der Straße eine Fußgängerzone ist, Mietpreise steigen und der Einzelhandel mit benachbarten Einkaufszentren sowie dem Onlinehandel konkurriert, stehen immer mehr Läden in der Königsstraße leer und finden immer weniger Angeboten nach Feierabend statt.

Das Projekt beleuchtet am Beispiel der Haupteinkaufsstraße Elmshorns den gesellschaftlichen Strukturwandel. Es will vielfältige Themen aufgreifen und bündeln, etwa das Verschwinden der Lebensmittelgeschäfte und Hotels sowie das Entstehen von Handy- und Ein-Euro-Geschäfte oder die Königstraße als kommunales Wohnzimmer. Die Geschichten der Menschen vor Ort, die aktiv das Gedächtnis der Stadt formen, werden dabei einbezogen. Beispielweise wird der 1937 geborene Sohn des Wirts der ehemaligen Gaststätte auf der Königstraße 3 in einen spannenden Dialog mit dem Betreiber der heute dort befindlichen irischen Gastwirtschaft treten. Damit dies gelingen kann, beteiligt das Projekt  die Stadtbewohner/innen und kooperiert mit Partnern wie dem Stadtmarketing und der Bahnhofsmission. So werden einerseits die unterschiedlichen Sichtweisen und Wünsche der Geschäftsleute, Anwohner, Passanten oder auch Obdachlosen berücksichtigt, andererseits können die Elmshorner mitentscheiden, was in das Museum als gemeinsames Gedächtnis eingeht und welche Facetten der Stadt dargestellt werden.

Das Industriemuseum Elmshorn sammelt während des Projektes Objekte, Film- und Fotoaufnahmen von Nutzern der Straße sowie Zeitzeugenaussagen in Form von eingereichten Texten, Fotos oder als Tonspuren. An unterschiedlichen Orten in der Königstraße wird Selfie-Stationen mit historischen Kulissen aufgebaut und eine Fotobox mit Drucker soll von Ort zu Ort wandern. Zudem werden mit ausgewählten Zeitzeugen Filminterviews entstehen, die in die Museumssammlung Eingang finden sollen. Zeitgleich zu den Ausstellungen im Museum werden auf der Königsstraße „Historische Schaufenster“ gestaltet, um auch dort die Geschichte sichtbar zu machen. In Form einer Website und eines interaktiven Tourguide werden die Inhalte und Ergebnisse des Projekts gebündelt. Bildmaterial, Interviews, Audiospuren oder Hintergrundinformationen können zudem an ausgewählten Punkten der Königstraße direkt auf dem Smartphone abgerufen werden.

Partner: Stadtmarketing Elmshorn, Bahnhofsmission Elmshorn, Kunstverein Elmshorn, Stadtbücherei Elmshorn; weitere Partner sollen während der Projektlaufzeit hinzugewonnen werden.

Stadt­ge­fähr­ten – Fonds für Stadt­mu­se­en

Mit dem Fonds Stadtgefährten fördert die Kulturstiftung des Bundes Museen mit orts- oder regionalgeschichtlichem Schwerpunkt, die gemeinsam mit den Bewohner/innen vor Ort aktuelle Themen aufgreifen.

Kon­takt

Industriemuseum Elmshorn

Catharinenstraße 1

25335 Elmshorn

Website

 

Projektleitung

Christiane Torzewski
Tel.: +49 30 (0)4121 26 88 70

E-Mail