KulturTransfer

Unser gemeinsames Kolonialerbe - gefördert im Programm Fellowship Internationales Museum

Der Handel mit Gütern aus den Kolonien in Dänisch-Westindien bescherte Flensburg im 18. und 19. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blüte. Die kolonialen Luxusgüter waren begehrt und wurden in den Flensburger Höfen veredelt und weiterverarbeitet. Zucker und Rum bildeten die Rohstoffe einer neuen Genusskultur. Bis heute ist die Geschichte der „Rum-Stadt“ Flensburg im Stadtbewusstsein präsent. Dass auf den Plantagen der karibischen „Zuckerinseln“ Millionen von verschleppten Afrikanern unter unmenschlichen Bedingungen von den europäischen Kolonialherren als Sklaven ausgebeutet wurden, wird dabei wenig reflektiert. Dieses koloniale Erbe wurde bislang kaum kritisch betrachtet und aufgearbeitet.

Ein Fellow von den West Indies setzte sich mit den Fragen des kolonialen Erbes und der heutigen Verantwortung gegenüber der Geschichte und den heutigen US Virgin Islands auseinander. Der afro-karibischen Perspektive wurde somit aktiv eine Stimme verliehen. Eingeladen wurde ein Fellow aus den Bereichen Kulturanthropologie, Postkoloniale Studien und Geschichte der West Indies, um die Flensburger Sammlungen und Archive einer post-kolonialen und afro-karibischen Interpretation zu unterziehen. Die Ergebnisse dieser Forschung waren Teil der Ausstellung „Rum, Schweiß und Tränen“, die in Flensburg und auf den US Virgin Islands gezeigt wurde.

Mit dem Programm Fellowship Internationales Museum

ermöglichte die Kulturstiftung des Bundes Gastkuratoren und Wissenschaftlern aus dem Ausland für eine Dauer von 18 Monaten an einem Museum oder einer öffentlichen Sammlung in Deutschland zu arbeiten.

 

Imani Tafari-Ama, Fellow am Flensburger Schifffahrtsmuseum

Die jamaikanische Kulturwissenschaftlerin Dr. Imani Tafari-Ama (*1960) ist eine ausgewiesene Expertin für afro-karibische Geschichte und Kultur. Sie promovierte am Institut für Development Studies in Den Haag und arbeitete viele Jahre an der Schnittstelle zwischen Sozialforschung und Community Development. Zuletzt lehrte sie an der University of the West Indies in Kingston. Als Fellow des Flensburger Schifffahrtsmuseum ist sie verantwortlich für das Forschungs- und Ausstellungsprojekt „KulturTransfer“, in dessen Rahmen sie eine neue Perspektive auf das gemeinsame afrikanisch-karibisch-europäische Kolonialerbe Flensburgs eröffnet.

Termine

  • 11. Juni, 2017 bis 4. März, 2018: Ausstellung "Rum, Schweiß und Tränen - Flensburgs koloniales Erbe"

    Schifffahrtsmuseum, Flensburg

Kontakt

Flensburger Schifffahrtsmuseum

Schiffbrücke 39
24939 Flensburg

www.schifffahrtsmuseum.flensburg.de (externer Link, öffnet neues Fenster)