Jede Stadt besitzt ihren eigenen, typischen Klang, der wie eine Kulisse das urbane Leben begleitet. Durchdringt man in Delmenhorst die oberflächliche Geräuschebene, die wie andernorts vor allem durch Verkehrsmittel erzeugt wird, kann man die Geschichte der Stadt akustisch entdecken: Das Sprachgewirr zeugt davon, dass die Stadt seit dem 19. Jahrhundert von Zuwanderung geprägt ist, das rhythmische Dröhnen von Produktionsmaschinen ist ein Hinweis auf die lange Historie als Industriestadt. Dieser spezifische Klang und damit ein Teil der Stadtgeschichte geht verloren, wenn er nicht aufgenommen und gespeichert wird. Mit dem Projekt „Mitschnitt Delmenhorst – Tonspuren einer Stadt“ wird das Stadtmuseum Delmenhorst die Geräuschkulisse der Stadt einfangen. Es erweitert damit sein Sammlungsspektrum um ein Audio-Archiv, welches das akustische Profil der Stadt abbilden möchte.

Gemeinsam mit dem Verband der Blinden und Sehbeeinträchtigten, die als Experten für die Geräuschkulisse einer Stadt gelten können, und dem Deutschen Roten Kreuz werden in drei Phasen Töne und Geräusche gesammelt, bearbeitet und präsentiert. Dafür werden an verschiedenen Orten der Stadt auffallend gestaltete Aufnahmeboxen platziert, die vor allem alltägliche Geräusche aufnehmen sollen. In einer Soundwerkstatt, die in einem leerstehenden Ladenlokal in der Innenstadt eingerichtet wird, werden zahlreiche Workshops stattfinden: Sie richten sich jeweils an verschiedene Zielgruppen, die mit den aufgenommenen Sounds arbeiten, experimentieren und sie kontextualisieren.

Die involvierten Soundkünstler/innen und die mitwirkenden Stadtbewohner/innen entwickeln so gemeinsam eine Ausstellung zur Klanglandschaft der Stadt Delmenhorst, in der die Ergebnisse aus den Workshops gemeinsam mit Exponaten des Museums in einer „Audiogalerie“ zusammengeführt werden. Diese Galerie wird durch die Stadtteile wandern.

Partner: Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e. V.; Deutsches Rotes Kreuz – Kreisverband Delmenhorst e. V.; Das Autonome Architektur Atelier (AAA GmbH)

Stadt­ge­fähr­ten – Fonds für Stadt­mu­se­en

Mit dem Fonds Stadtgefährten fördert die Kulturstiftung des Bundes Museen mit orts- oder regionalgeschichtlichem Schwerpunkt, die gemeinsam mit den Bewohner/innen vor Ort aktuelle Themen aufgreifen.

Kon­takt

Nordwestdeutsches Museum für IndustrieKultur

Am Turbinenhaus 10-12
27749 Delmenhorst

Website

 

Projektleitung

Anne Angenendt
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Maike Tönjes
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